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In den meisten der hier aufgeführten Vergrabungen, wurden
sie auch Jahrhunderte nach dem Untergange des römischen
Weltreiches vollführt, bildeten noch immer W ertlistücke antiker
Zeit einen mehr oder minder beträchtlichen Bestand -
theil. Denn jene Nationen, unter deren Schwert das römische
Reich gefallen, waren nicht bloss plünderungs- sondern auch besitzsüchtig
16 ). Siebewahrten die durch Kriegsglück oder geschenkweise
erlangten, ihnen werthvoll dünkenden Kostbarkeiten mit
wachsamer Sorgfalt durch eine lange Reihe von Geschlechtern. Schon
die Germanen bewähren sich als Kenner und Liebhaber antiker
Werthstücke; sie gaben dem alten römischen Gepräge den Vorzug
vor neuem 17 ). — Als Ataulph, der Westgothen König, 414 sein Beilager
mit der kaiserlichen Prinzessin Placidia feierte, besass er noch
grosse von der Plünderung römischer Provinzen herrührende
Schätze. Fünfzig in Seide gekleidete Jünglinge brachten , jeder in
der einen Hand ein mit Gold, in der andern ein mit Edelsteinen gefülltes
Gefäss tragend, der Neuvermählten das Hochzeitgeschenk
dar 18 ).—Als 507 die Franken bis Toulousse vordrangen,brachten die
Westgothen unter ihrem König Gesalich die dort befindlichen, noch
aus derZeit ihrer römischen Invasion datirendenSchätze nachdem
stark befestigten Carcassonne in Sicherheit. Hierbei befanden sich
salomonische Tempelgeräthe und kostbare, mit Edelsteinen gezierte
Gefässe 10 ). — Als König Gclimer in die Hände Belisar’s fällt (534),
findet dieser noch das von denRom plündernden Vandalen vor neun
und siebzig Jahren geraubte kaiserliche Geschmeide vor"“).—
Die 500 Pfund schwere goldene Schüssel, dieAetius dem westgothischen
Könige Thorismund im Jahre 453 zum Geschenke machte, besass
sein Nachkomme Sisenand noch im Jahre sechshundert und
dreissig 31 ). — Im Jahre 796 fällt der alte durch Jahrhunderte
von den Avaren-Königen gesammelte Schatz in die Hände
Ileinrich’s, Herzogs von Friaul 33 ). — Karl der Grosse (y 814) verfügt
letztwillig über drei kostbare Geräthe antiker Art 33 ). — Sein Zeitgenosse
Theodulph (j-821) besehreibt ein antikes Gefäss, durch
welches man einen Richter zu bestechen sucht (ein Beweis mehr
von der hohen Schätzung, in der solche Antiquitäten standen) 34 ).—
Im Jahre 833 schenkt Withlaf dem Kloster Croyland einen Teppich
mit der Darstellung der Zerstörung Troja’s: „Olfero eliam — velurn
„meum aureum quo insuitur excidium Troiae — (Micro etiam