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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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In  den  meisten  der  hier  aufgeführten  Vergrabungen,  wurden
sie  auch  Jahrhunderte  nach  dem  Untergange  des  römischen
Weltreiches  vollführt,  bildeten  noch  immer  W  ertlistücke  antiker ­
  Zeit  einen  mehr  oder  minder  beträchtlichen  Bestand  -
theil.  Denn  jene  Nationen,  unter  deren  Schwert  das  römische
Reich  gefallen,  waren  nicht  bloss  plünderungs-  sondern  auch  besitzsüchtig ­
 16 ).  Siebewahrten  die  durch  Kriegsglück  oder  geschenkweise ­
  erlangten,  ihnen  werthvoll  dünkenden  Kostbarkeiten  mit
wachsamer  Sorgfalt  durch  eine  lange  Reihe  von  Geschlechtern.  Schon
die  Germanen  bewähren  sich  als  Kenner  und  Liebhaber  antiker
Werthstücke;  sie  gaben  dem  alten  römischen  Gepräge  den  Vorzug
vor  neuem 17 ).  —  Als  Ataulph,  der  Westgothen  König,  414  sein  Beilager ­
  mit  der  kaiserlichen  Prinzessin  Placidia  feierte,  besass  er  noch
grosse  von  der  Plünderung  römischer  Provinzen  herrührende
Schätze.  Fünfzig  in  Seide  gekleidete  Jünglinge  brachten  ,  jeder  in
der  einen  Hand  ein  mit  Gold,  in  der  andern  ein  mit  Edelsteinen  gefülltes ­
  Gefäss  tragend,  der  Neuvermählten  das  Hochzeitgeschenk
dar 18 ).—Als  507  die  Franken  bis  Toulousse  vordrangen,brachten  die
Westgothen  unter  ihrem  König  Gesalich  die  dort  befindlichen,  noch
aus  derZeit  ihrer  römischen  Invasion  datirendenSchätze  nachdem
stark  befestigten  Carcassonne  in  Sicherheit.  Hierbei  befanden  sich
salomonische  Tempelgeräthe  und  kostbare,  mit  Edelsteinen  gezierte
Gefässe 10 ).  —  Als  König  Gclimer  in  die  Hände  Belisar’s  fällt  (534),
findet  dieser  noch  das  von  denRom  plündernden  Vandalen  vor  neun
und  siebzig  Jahren  geraubte  kaiserliche  Geschmeide  vor"“).—
Die  500  Pfund  schwere  goldene  Schüssel,  dieAetius  dem  westgothischen
  Könige  Thorismund  im  Jahre  453  zum  Geschenke  machte,  besass ­
  sein  Nachkomme  Sisenand  noch  im  Jahre  sechshundert  und
dreissig 31 ).  —  Im  Jahre  796  fällt  der  alte  durch  Jahrhunderte ­
  von  den  Avaren-Königen  gesammelte  Schatz  in  die  Hände
Ileinrich’s,  Herzogs  von  Friaul 33 ).  —  Karl  der  Grosse  (y  814)  verfügt
letztwillig  über  drei  kostbare  Geräthe  antiker  Art 33 ).  —  Sein  Zeitgenosse ­
  Theodulph  (j-821)  besehreibt  ein  antikes  Gefäss,  durch
welches  man  einen  Richter  zu  bestechen  sucht  (ein  Beweis  mehr
von  der  hohen  Schätzung,  in  der  solche  Antiquitäten  standen) 34 ).—
Im  Jahre  833  schenkt  Withlaf  dem  Kloster  Croyland  einen  Teppich
mit  der  Darstellung  der  Zerstörung  Troja’s:  „Olfero  eliam  —  velurn
„meum  aureum  quo  insuitur  excidium  Troiae  —  (Micro  etiam
            
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