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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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seiner  Merkzeichen,  (las  Wiederauffinden  seiner  Vergrabnisse  unmöglich ­
  gemacht  worden  sein.  Aber  nicht  hlos  jenen,  die  ihr  bewegliches ­
  Habe  mit  ängstlicher  Hast  verscharrten,  auch  jenen  danken
wir  die  Aufbewahrung  werthvoller  Antiquitäten,  die  bei  dem  über
das  römische  Weltreich  einherbrausenden  Sturme  die  bildlichen
Gegenstände  ihrer  religiösen  Verehrung  dem  Schutze  der  Erde
anvertraueten.  Die  Lage  der  in  Cervetri  (1840)  aufgefundenen
Statuen  zeigt  offenbar,  dass  man  in  der  Absicht  diese  Marmor-Gebilde
  vor  Verstümmlung  zu  wahren,  sie  in  das  Versteck  eines
antiken  etrurischen  Grabes  gebracht  habe 9 ).  Beispiele  früherer  und
späterer  Zeit  berechtigen  zu  der  Vermuthung,  dass  an  solchen
Verbergnissen  sich  insonderheit  F  r  a  u  e  nhände  betheiligten.  Rachel,
die  Tochter  Laban’s,  verbirgt  die  Götzen  ihres  Vaters.  Theodora,
Gemahlin  des  ikonoklastischen  Kaisers  Theophilus,  bewahrt  im
Geheim  ihre  Heiligenbilder 10 ),  und  eine  Witwe  in  einem  Holzblocke
die  silberne  Bildsäule  Triglaw’s 11 ).  Wir  wollen  nicht  in  Abrede
stellen,  dass  eine  oder  die  andere  der  frommen  Damen  bei  einer
soichartigen  Vergrabung,  gelegentlich  auch  ihr  Geschmeide  mit
in  Sicherheit  brachte.  Ferner  waren  es  auch  Diebe,  die  ihren
Raub  in  die  Erde  vergruben 12 );  und  manches  Antiken-Cabinet
dürfte  in  seinen  Kimelien  die  Errungenschaft  irgend  eines  classischen
  Langfingers  bewahren.  Auch  senkte  man  hei  Legung  von
Grundsteinen  mit  diesen  Münzen  in  den  Boden 13 )-,  und  die  Sitte
der  Völker,  ihren  Todten  reiche  Ausstattung  mit  ins  Grab  zu
geben,  hat  gleichfalls  zahlreiche  Kleinodien  unter  die  Erde  gebracht ­
  u ).  Schliesslich  sei  noch  der  Mönche  gedacht,  die  trotz
geloblicher  Verzichtleistung  auf  jeglichen  Eigenbesitz  ,  dennoch
der  Anziehungskraft  edler  Metalle  nicht  zu  widerstehen  vermochten, ­
  und  in  dem  Dunkel  ihrer  Zellen  Ersparnisse  vergruben, ­
  die  mit  wachsender  Simonie  sich  zu  Summen  steigerten,
deren  Höhe  es  ihnen  möglich  machte,  auf  feil  gehaltenen  Kirchenwürden ­
  mitbieten  zu  können 15 ).  Es  dürften  daher  jene  Sagen,
als  wären  in  altvcrfallenen  Klostermauern  vielfach  Schätze  zu
heben,  nicht  ganz  allen  Grundes  entbehren  *).

*)  Variamandi,  Historische  Nachricht  von  unterirdischen  Schätzen,  welche
in  alten  Kirchen,  Schlossern,  Klöstern  etc.  verborgen  gelegen.  Frankf.  738
vid.  Graesse,  Bibi.  Magic,  p,  38.
43  *
            
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