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Hr. G. Zapp er t liest als Gast: „lieber Antiquitäten-Funile
im Mittelalter.”
Die Schlacht bei Forum Terebronii (251) ward geschlagen,
und die Barbaren gelangten durch diesen Sieg zur Erkenntniss,
dass Rom nicht wie früherhin den Frieden mit dem Eisen zu
dictiren, sondern nur mehr durch Gold zu erkaufen vermöge.
Es batte Gallus den Gothen nach der Niederlage des römischen
Heeres, unter der Bedingung friedlichen Verhaltens, einen jährlichen
Tribut zugesagt. Doch diese erhaltenen Summen, weit
entfernt, die gothischen Schaaren der Reichsgränze fern zu halten,
hatten vielmehr nur dazu gedient, in ihnen die Begierde aufzustacheln,
den geweckten Golddurst an der Quelle römischen
Reichthumes löschen zu wollen. Sie begannen ihre Zöge in grossem
Maastahe, und wir haben uns den dabei betheiligten Krieger nicht
bloss mit gewaltigen Waffen, sondern auch mit einem vielfassenden
Sack versehen *), zu denken; mit Beute gefüllt, wird dieser
in die aus tausenden von Fuhrwerken gebildete Wagenburg gebracht
3 ). Desshalb werden in mitteralterlichen Epen, als Reminiscenz
dieser Beutezüge, Schätze auf Wagen geladen' 3 ) uns vorgeführt,
während Kunst- und Diclitmäler des classischen Alterthums
Kostbarkeiten stets als in Händen getragen zeigen. Der Art
mit Säcken und Packwagen wohl ausgerüstet, durchstürmen die Invasions-Heere,
allenthalben Gold-und Silbergeräthe und Edelsteine
abfordernd 4 ), in verheerenden Beutezügen die Provinzen des römischen
Reiches. Endlich stürzt Alarich auf die Stadt der Cäsaren
(410), und was an Kostbarkeiten der ewigen Roma diesen
gothischen Schaaren entging , das fällt, kaum ein halbes Jahrhundert
später (455),in die räuberische Hand vandalischer Horden'’).
Diese Plünderungen der Barbaren, bei denen Einheimische
ihnen als Wegweiser bis in die Gemächer der Reichen dienten 0 ),
und nicht selten selber mit Zugriffen 7 ), die Furcht vor diesen
Plünderungen, gibt sich als eine der Hauptveranlassungen zu
erkennen, durch welche Kostbarkeiten unter die Erde kamen.
Damals war das römische Reich voller Löcher und Gruben, und
in allen Schlupfwinkeln ein Gewimmel sich verkriechender Prätiosen
8 ). Nicht wenige ihrer Besitzer fielen unter dem Schwerte,
oder in die Gefangenschaft, und manchem der Ueberlebenden mag
in den wilden Kriegsläufen durch Vernichtung oder Verrückung