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tzen mussten. Unfähig - , sich in seinen Genüssen zu beschränken
oder mjt seinen Hilfsquellen hauszuliälten — Hilfsquellen, die er
zum Theil nicht einmal kannte, da er keinen Augenblick übrig
hatte, mn den zerrütteten Nachlass seines Vaters zu ordnen —
suchte er sich für jeden Fall eine unabhängige Zukunft und behaglichen
Wohlstand zu sichern. Sein Agent (Luchet) unterhandelte
mit dem Intendanten der Civilliste (Laporte) ohne den Umfang seiner
Forderungen auszusprechen, aber wie gering dieselben auch
sein mochten, so waren sie in einem solchen Augenblicke, wo das
Heil des Staates, sein eigener Ituhm und die Errungenschaft seines
ganzen Lebens auf dem Spiele stand, Mirabeau’s unwürdig, doppelt
unwürdig, da er gerade jetzt schmerzlicher als je empfand,
welche Nachtheile sein befleckter Ruf ilnn selber und seinem Vaterlande
verursachte.”
Sein ärztlicher Freund Cabanis hörte ihn einmal in der Einsamkeit
seines Landhauses bei Argenteuil mit unsäglichem Well
ausrufen: „0, hätte mich bei der Revolution ein Ruf umgeben
gleich dem von Malesherbes! — Welche Zukunft sicherte ich dann
meinem Vaterlande, welchen Ruhm meinem Namen!” — Die
grossen Arstrengungen seiner Arbeiten, die veränderte Lebensart,
indem er frühere körperliche Uebungen, wie Reiten, Fechten,
Schwimmen (worin er ein Meister) und längere Fusswanderungen
unterliess und keine Bewegung mehr machte, ohne sich deshalb in
seinen Genüssen zu beschränken, rieben ihn auf und führten seinen
frühzeitigen Tod herbei, welcher jedoch auch beigebrachtem Gifte
angeschuldiget ward. Die grössten Sympathien aller Parteien
gaben sich während seiner Krankheit kund, denn er war zugleich
der Mann des Volkes und der Monarchie : " ; ). — Seine Krankheilsgeschichte
ist von seinem Arzte Cabanis, dem er unbeschränktes
Vertrauen schenkte, beschrieben worden, dieser stellt das berühmte
Wort desselben j'empörte la monarchie in Abrede, wenn dasselbe
auch, wie höchst wahrscheinlich, gesagt worden, so war es zwar
ein eben so citcles, aber leider ! ein wahreres, als das, womit er
der Königin für den ihm von ihr gewährten Handkuss dankte: ce
baiser sauve la monarchie.
*) Mirabeau etoit Vhomme du peupie 9 mais aussi celui de la loi, celui
de la monarchie. Memoires de Mir ab e au. VIII. p. 545.