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Verfassung - vereinbaren Gewalt, als Ziel im Auge behielt, suchte
sich Neckern durch Malouet zu nähern. „Ich kannte,” sagt dieser,
„den Grafen Mirabeau nur durch seinen Ruf, der mir grossen
Widerwillen eingeflösset batte und hegte gegen ihn eben so viel
Misstrauen als Vorurtheil.”Mirabeau sagte ihm: „Ich bin nicht der
Mann, mich niederträchtigerWeise dem Despotismus zu verkaufen,
ich will eine freie aber monarchische Verfassung.” —Er verpflichtete
sich, wenn Necker und Montmorin, wiewohl sie weder ihn,
noch er sie liebte, sich mit ihm verständigen wollten, alle seine
Kraft und seinen Einfluss aufzubieten, um dem drohenden Ueberfluthen
der Demokratie zu wehren. •— „Diese Erklärung,” erzählt
Malouet weiter, machte auf mich tiefen Eindruck; sie war verständig
genug, dass ich sie für aufrichtig halten konnte, denn
Mirabeau besass eine scharfe Urtheilskraft und wollte das Rose
nicht des Bösen wegen.” Diese Unterredung führte den Grafen
eben so wenig zum erwünschten Zwecke, als später eine Annäherung
an La Fayette, für den er ein eigenes Ministerium geschaffen
wissen wollte, das er für sich selbst wünschte, oder die an den
Herzog von Orleans, dessen Feigheit und Charakterlosigkeit aber
er gar bald zu sehr durchschaute, als um sich demselben mit Vertrauen
anzuschliessen, oder an den verbrecherischen Scenen des
fünften und sechsten Octobers Theil zu nehmen.
Den glänzendsten Reden, den folgenreichsten Beschlüssen der
Nationalversammlung in den ersten beiden Jahren der französischen
Revolution ist der Namen Mirabeau’s aufgeprägt, er brachte für
die Glieder derselben den Namen der Vertreter des französischen
Volkes in Vorschlag, er ist der Verfasser der
in der vorliegenden Lebensbeschreibung ganz aufgenommenen
Adresse an den König, worin derselbe um Entfernung der
Truppen, um die Errichtung von Bürgerwehren in Paris und Versailles
gebeten ward; wenige Tage nach der Erstürmung der Bastille
ward er auf dem Platz derselben vom Volke im Triumphe
empfangen, mit Blumen und Gedichten überhäuft nnd sein Wagen
mit den in der Bastille erbeuteten Büchern und Schriften gefüllt;
aber er verschmähte es in der Umsturzsitzung des 4. August an
der Erklärung der Menschenrechte Theil zu nehmen, und nahm
eine durch den Tod seines Vaters veranlasste Familienzusammenkunft
zum Vorwand, in dieser Sitzung nicht zu erscheinen. Er