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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Der  Ausruf  Mirabeau’s:  „Gehört  die  Welt  in  letzter  Instanz
nicht  den  Gebildeten?”  —  ist  im  Grunde  derselbe  Gedanke,  der
sich  in  mehreren  Versen  des  Korans  findet:  Sind  denn  gleich
d  i  ej  e  nigen,  d  ie  w  is  s  e  n  u  n  d  die  nicht  w  i  s  s  e  n  4 )  ?  N  i  c  h  t
gl  eich  sind  d  er  B  lind  e  und  der  Sehende,  dieFinsterniss
  und  das  Licht 5 ).  Der  Ausruf  Miraheau’s:  „ist  die
Welt  in  letzter  Behörde  nicht  der  Gebildeten!”  auf  den
in  unseren  Tagen  erhobenen  Streit  der  Nationalitäten  angewendet,
kann  allein  den  geistigen  Vorrang  derselben  entscheiden.  In  Deutschland ­
  fand  das  Werk  über  die  preussische  Monarchie,  später  durch
Mauvillon  und  Blankenburg  umgearbeitet  und  übersetzt,
verdiente  Aufnahme,  indem  die  darin  Angegriffenen  (Her  zh  erg
nud  de  la  Hage  de  Baunaij)  wider  selbes  sprachen  und  schrieben,
Spittler  und  Nicolai  reichlichen  Tadel  mit  sparsamen  Lobsprüchen ­
  versiissten,  Posselt  und  Zimmer  mann  das  Buch  und
den  Verfasser  mitVorwiirfen  und  Schmähungen  überhäuften,  Garve
und  D  oh  m  beide  in  Schutz  nahmen.
Mirabeau  in  seiner  Hoffnung  einen  diplomatisch  en  Posten  zu
erhalten,  vom  neuen  Minister  der  auswärtigen  Geschäfte,  Montmorin,
wie  von  dessen  Vorfahrer  Vergennes  getäuscht,  trat  nun  als  Gegner ­
  des  Ministeriums  und  namentlich  des  neuen  Finanzministers
Necker  auf  in  der  dem  Könige  selber  gewidmeten  Schrift  „Denonciation
  de  1'Agiotage  au  Roi  et  u  VAssemblee  des  Notables'’.
Wir  theilen  aus  dieser  Schrift  die  folgende  Stelle  als  einen
merkwürdigen  Beleg  mit,  dass  selbst  in  Frankreich  (dem  wenigstens ­
  durch  die  französische  Sprache  einheitlichen  Frankreich)
die  Vereinzelung  und  Trennungsgelüste  der  einzelnen  Länder,  wodurch ­
  das  schöne  Reich  später  unter  den  Girondins  zerstückelt  zu
werden  Gefahr  lief,  schon  vor  der  Revolution  lebhaft  gefühlt,  und
dagegen  von  Mirabeau  kein  anderes  Mittel  als  die  gemeinsame  Vereinigung ­
  aller  Länder  durch  eine  geregelte  Verfassung  erkannt
ward.  Diese  merkwürdige  Stelle  lautet:  „Wir  sind  kein  Volk,
„sondern  bloss  ein  Haufen  von  Ländern,  die  dasselbe  Oberhaupt
haben,  einander  aber  fast  ganz  fremd,  wenn  nicht  feindlich  gegenüberstehen ­
  ...  So  lange  das  Reich  nicht  durch  eine  geregelte  Ver-»)

  XXXIX.  Sure  11.  V.
2 )  XXoV.  Sure  19.  V,  und  XL.  Sure,  59.  V.
            
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