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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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nach  Dresden  und  Braunschweig,  und  schrieb  einmal  an  den  in
letzter  Stadt  befindlichen  Mauvillon:  „Köpfen,  wie  den  unsrigen
gewährt  nur  Abwechslung  in  den  Studien  Erholung”  und  diesem
Grundsätze  treu,  brachte  er  fast  in  jedem  Briefe  neue  Gegenstände
oder  neue  Gesichtspuncte  zur  Besprechung.  Er  ermahnte  diesen
seinen  Freund  in  dem  Werke  über  Deutschland,  womit  sie  sich
gemeinschaftlich  beschäftigten,  den  Tacituszum  Vorbilde  zu  nehmen,
und  die  Sitten  der  Deutschen  den  Römern  als  Spiegel  vorzuhalten.
„Es  ist  unbegreiflich,  sagt  seine  damalige  Geliebte,  Fr.  v.  Nehra,
wie  Mirabeau  die  Zeit  zu  benützen  wusste,  oft  legte  er  sich
erst  eine  Stunde  nach  Mitternacht  zu  Bette,  und  setzte  sich  um
fünf  Uhr  Morgens  wieder  zur  Arbeit,  und  zwar  mitten  im  Winter
und  noch  dazu  in  einem  so  kalten  Klima  ohne  ein  anderes  Kleidungsstück ­
  als  einen  leichten  Schlafrock  ja  sogar  ohne  seinen
Diener  aufzuwecken,  um  sich  von  ihm  Feuer  anmachen  zu  lassen.
Abends,  wenn  er  nicht  in  Gesellschaft  ging,  unterhielt  er  sich  wie
ein  Kind  mit  seinen  Secretären;  und  Alle  suchten  einander  um  die
Wette  Possen  zu  spielen.”  Zu  Paris  las  man  seine  Berichte  (von
denen  sich  einige  unter  Calonne’s  Papieren  uneröffnet  befunden  haben ­
  sollen)  wegen  der  Neuigkeiten  und  Anekdoten  nicht  ungern,
legte  denselben  aber  keine  höhere  politische  Bedeutung  bei,  und
berücksichtigte  keineswegs  seine  wiederholten  Winke,  ihm  einen
diplomatischen  Posten  zu  verleihen:  „Ist  es  wirklich  der  Mühe
werth,”  fragte  er  den  Abbe  von  Perigord,  „dass  ich  einem  so  untergeordneten ­
  Zwecke  wie  der  Neugierde  meine  Zeit,  meine  Neigungen, ­
  meine  Kräfte  und  mein  Talent  opfere?”  Und  nachdem  er
sechs  Monate  in  Berlin  zugebracht,  schrieb  er  au  seine  Committeuten:
„Mein  Herz  hat  nicht  gealtert  und  ist  auch  meine  Begeisterung
etwas  gedämpft,  so  ist  sie  doch  nicht  erloschen,  ich  betrachte
den  Tag  als  einen  der  schönsten  meines  Lebens,  an  dem  Sie  mir
die  Einberufung  der  Notablen  melden.”  Er  hoffte  zum  Secretär
derselben  ernannt  zu  werden.
Dass  der  Gedanke  zur  Berufung  der  Notablen  von  ihm  ausgegaugen,
  behauptet  er  in  mehreren  Briefen  au  Mauvillon  bestimmt,
fügt  aber  hinzu,  dass  dem  Minister  (Calonne)  das  Verdienst  des
zur  Ausführung  nöthigeu  Muthes  gebühre;  wenn  diese  Angabe
richtig,  so  pflanzten  Mirabeau  und  Calonne  den  ersten  Keim  aus
dem  sich  später  eine  Nationalversammlung  entwickelte.  Am  20.
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