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nur das Aeussere Mirabeau’s beurtheileu konnten, erwähnet
haben, so können wir unmöglich den Namen einer dritten grösseren
verschweigen, welche mit Mirabeau näher bekannt, ihn
besser zu beurtheileu im Stande war, nämlich der l'rau von
Stael, welche aber durch Liebe zu ihrem Vater verblendet
Necker und Mirabeau als die Vertreter des guten und bösen
Princips bezeichnet, jenen mit Cicero, diesen mit Catilina zusammenstellt.
„Die Meinung, sagt Frau von Stael, die Meinung, welche
man von seinem Talente hegte, wurde durch die Furcht, die seine
Unsittlichkeit eiullösste, ausserordentlich gesteigert, und doch
war es eben diese Unsittlichkeit, die den seinen erstaunlichen
Fähigkeiten gebührenden Einfluss verminderte. Hatte man ihn einmal
erblickt, so konnte man das Auge kaum mehr von ihm abwenden
; sein üppiger Haarwuchs zeichnete ihn vor Allen aus, und es
war, als ob, wie bei Samson, seine Stärke davon abhinge. Seinem
Antlitz gab gerade seine Hässlichkeit einen eigenthümlichen Ausdruck,
und seine ganze Persönlichkeit trug das Gepräge einer
regellosen Macht, aber einer Macht, wie man sie etwa einem
Volkstribun zutraute.”
Von dem Werke Mirabeau’s über die preussische Staatsverfassung,
sagt sein Lebeusbeschreiber:
„Eben so scharfblickend wie die Personen musterte Mirabeau
die Ereignisse und deutete sie manchmal in wahrhaft prophetischem
Geiste; ausser den Zuständen Preussens, die trostlos erschienen,
denn, ruft Mirabeau aus: „welches Loos steht einem
Lande bevor, das Pfaffen, Geisterseher und Metzen als gute Beute
betrachten?” und den sich immer drohender gestaltenden Verwickelungen
in Holland, waren es vorzüglich die Unternehmungen und
Pläne Joseph’s II., die Mirabeau’s Aufmerksamkeit in Anspruch
nahmen, er erbot sich, als Kaufmann verkleidet, eine Reise nach
Osten zu unternehmen. Diesen Berichten, die durch Vermittelung
des Herzogs von Lauzuu und des Abbe von Perigord an’s Ministerium
gelangten, und zuweilen der Königin vorgelegt wurden,
fügte er mit unermüdlicher Thätigkeit (er beschäftigte fortwährend
einen Secretär und mehrere Schreiber) manche Denkschriften
bei, zu denen er den Stoff tlieils selber sammelte, theils durch
seine Freunde sich zu verschaffen wusste; er unternahm Ausflüge