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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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allgemeinen  deutschen  Bibliothek  und  der  berlinischen  Monatsschrift, ­
  auf  der  Rückreise  nach  Paris  lernte  er  zu  Braunschweig
den  Schriftsteller  Mauvillon  kennen,  dessen  politische  Grundsätze, ­
  besonders  in  Bezug  auf  Staatsverwaltung  und  Staatswirthschaft,
  mit  den  seinen  übereinstimmten,  und  dem  er  vorzüglich  alle
Kenntnisse  dankte,  die  er  sich  über  deutsche  Zustände  verschaffte.
Zu  Paris  wurde  er  durch  den  Abbe  vonPerigord  unterstützt,
damals  noch  sein  Freund,  der  ihm  aber  später  die  Veröffentlichung ­
  der  geheimen  Correspondenz  von  Berlin  nicht  verzieh  *)  ;
aber  schon  ein  Jahr  hernach  schildert  ihn  TVlirah  eau  in  einem
Schreiben  an  den  Grafen  d’Entraigu  es  als  einen  niederträchtigen ­
  Ränkeschmied  mit  den  Worten:  „Sehmutz  und  Geld  ist’s,
was  er  braucht.  Um  Geld  hat  er  seine  Ehre  und  seinen  Freund
verkauft;  um  Geld  würde  er  seine  Seele  verkaufen,  und  mit  Recht,
denn  er  würde  Gold  eintauschen  für  Mist.”
Die  von  Herrn  Dr.  Pipitz  gelieferten  Auszüge  dieser  Denkschrift, ­
  dann  die  Schilderungen  Friedrich’s  II.  und  seines  Nachfolgers ­
  Friedrich  Wihelm’s,  und  aus  der  diesem  am  Tage
seiner  Thronbesteigung  übergebenen  Denkschrift,  so  wie  die  scharfen ­
  Züge,  mit  denen  Mirabeau  die  Portraite  der  damaligen  einflussreichen ­
  preussischen  Staatsmänner  umriss,  gehören  zu  den
anziehendsten  des  vorliegenden  Werkes.  Die  von  Mirabeau  dem
König  am  Tage  seiner  Thronbesteigung  überreichte  Denkschrift
diente  später  der  von  Gentz  zum  Vorbild.  Der  Verfasser  der  Lebensbeschreibung ­
  ergänzt  seine  Nachrichten  über  Mirabeau’s
zweiten  Aufenthalt  in  Berlin  durch  das  in  den  Briefen  Rachel’s
gelieferte  Portrait  seiner  äusseren  Erscheinung;  zu  diesem  dient
als  Seitenstück  das  in  den  Memoiren  von  Henriette  Herz 3 )  ,  die
aber  erst  in  diesem  Jahre  erschienen  und  von  denen  also  Herr  Dr.
Pipitz  noch  keine  Kenntniss  haben  konnte.
Henrietten  Herz  missfiel  an  Mirabeau,  „die  breiteste  Nase,
der  grösste  Mund,  die  dicksten  und  wulstigsten  Lippen,”  sie  vergass
  aber  seiner  Pockennarben  wann  er  sprach,  und  lässt  seiner
grossen  Eleganz  in  leidenschaftlicher  Rede  vollkommene  Gerechtigkeit ­
  widerfahren.  Da  wir  hier  zweier  Frauen  ,  welche  freilich

*)  Memoires  de  Mirubc.au  pur  Montigny  V.  p.  273.
s )  Memoiren  von  Henriette  Herz  von  Fürst.  Berlin  1850.  S.  133.
Sitzb.  d.  phil.  hißt.  CI.  Jahrg,  1850.  II,  Bd,  IV.  Htt.

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