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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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die  Klöster  wider  die  Regimenter  in  Schutz  nahm.  Nach  Frankreich ­
  zurückgekehrt,  nahm  er  die  Anträge  des  französischen  Finanzministers ­
  Calonne  an,  indem  er  auf  Kosten  desselben  eine
Reihe  von  Schriften  wider  den  Actienschwindel  herausgab  und
auch  wider  die  Pariser  Wasserleitungs-Gesellschaft  schrieb,  als
deren  Vertheidiger  ihm  Beaumarchais  entgegentrat.  In  seinen
Erwartungen  von  Calonne  getäuscht,  und  dessen  Rache  fürchtend, ­
  begab  er  sich  Ende  des  folgenden  Jahres  (1785)  mit  seiner
neuen  Geliebten  der  Frau  von  Nehra  nach  Berlin,  wo  von
Friedrich  II.  wohlwollend  aufgenommen,  er  am  Tage  nach
seiner  Audienz  ein  Schreiben  an  denselben  richtete,  in  welchem
sein  Wunsch  vom  König  angestellt  zu  werden  deutlich  ausgesprochen ­
  ist:  „Solche  Dienste  (in  der  Verwaltung)  zu  leisten,  nicht
aber  in  Akademien  einen  müssigen  Platz  einzunehmen,  wäre  ohne
Zweifeldas  höchste  Ziel  meines  Ehrgeitzes  gewesen;”  der  König
antwortete  höflich,  aber  ohne  auf  seinen  Wunsch  einzugehen.
Mirabeau  verdarb  es  mit  Friedrich  II.,  indem  er  in  einer
Unterredung  bedauerte,  dass  der  König  nur  Cäsar  seines  Volkes,
nicht  auch  zugleich  dessen  August  sein  wolle.  Der  König,  ihm
scharf  ins  Auge  blickend,  erwiederte  :  „Ihr  wisst  nicht,  was  Ihr
sprecht,  gerade  dadurch,  dass  ich  mich  nicht  in  die  wissenschaftlichen ­
  und  schriftstellerischen  Angelegenheiten  meiner  Leute
mischte,  glaube  ich  für  sie  und  die  Aufklärung  mehr  gethan  zu
haben,  als  wenn  ich  hätte  diese  erzwingen  wollen.”  Wir  sind  nicht
der  Meinung  des  Verfassers  der  Lebensbeschreibung,  dass  durch
diese  Aeusserung  des  Königs  einer  der  ihm  gemachten  Hauptvorwürfe, ­
  nämlich  die  Literatur  seines  Volkes  vernachlässigt,  und
ausschliesslich  die  französische  begünstiget  zu  haben,  entkräftet
werde.  Wissenschaften  und  schriftstellerische  Bemühungen  gedeihen
vorzüglich  durch  den  Schutz  der  Regierungen  und  die  Zeit  des
schönsten  geistigen  und  künstlerischen  Flors  fällt  in  die  der  Vorliebe ­
  der  Herrscher  für  Wissenschaft  und  Kunst.
Mirabeau  suchte  zu  Berlin  nicht  nur  den  Umgang  mit
Staatsmännern,  wie  Dohm  und  Herzberg,  sondern  auch  mit
Menschen  aller  Classen,  mit  Kriegern,  Gelehrten,  Künstlern,
Kaufleuten,  Fabrikanten  und  Handwerkern;  er  trat,  durch  sein
veröffentlichtes  Schreiben  über  Cagliostro  und  Lavater  in  die
Reihen  der  Streiter  für  Aufklärung  auf  die  Seite  der  Männer  der
            
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