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Der Verfasser hat die sich in dem eben angeführten Schlüsse
seines Vorwortes Vorgesetzte Aufgabe glücklich gelöset, indem er
das von ihm aufgestellte Bild in dem Dreischeine des Menschen,
Schriftstellers und Staatsmannes beleuchtet und die diese dreifache
Ansicht erhellenden Strahlen in Lichtbündel zusammenfasset,
welche eben so viele Brennpuncte des Geistes sind; er trennt
diese Darstellung nicht, sondern wie im Leben Mirabeau’s
der Mensch, der Schriftsteller, der Staatsmann und der Redner
ineinandergriffen, so läuft die Darstellung auch hier nebeneinander
fort, so, dass aus ihrer Verschmelzung das lebensbeschreibende
Bild eines grossen Schriftstellers, eines grossen Staatsmannes,
eines grossen Redners, aber nicht das eines grossen Menschen hervorgeht.
Das Bild des Menschen würde zu Ehren der beiden anderen
Standbilder am besten verhüllet bleiben, wenn es nicht die
Pflicht der unerbittlichen Geschichte wäre, auch diesen Schleier
zu lüften; masslose Ausschweifungen, gränzenlose Verschwendung,
Verführung und Frauenraub, politischer Wankelmuth und
Käuflichkeit können eben so wenig vor den Augen der Nachwelt
als denen der Mitwelt gerechtfertiget werden.
Die Verirrungen seiner Jugend biisste Mirabeau durch Verbannung
und Gefängniss, durch Verbannung nach den Inseln Rlie
und Corsica und der Stadt Manosque, durch Gefängniss
in den Vesten von Saint Joux, von If und endlich im Zwinger
von Vincennes; seine literarische Thätigkeit begann er durch
die Strenge seines Vaters und die von diesem wider ihn erwirkten
Verhaftbefehle aufgereizt, mit seinem Essai sw le despoiisme
und dem sur les lettres de cacliet.
Mit seiner Geliebten, Sophie, die er ihrem Gemahle Herrn
von Monnier entführt, und mit ihr unter fremdem Namen nach
Holland entflohen, gewann er dort seinen Lebensunterhalt als
Uebersetzer aus dem Englischen, als der der Elegien T i b u 11 s ,
der Küsse des Johannes Secundus und als der Verfasser zweier
unfläthiger Werke, ma conversion und erotica biblion, zu welchem
letzten er die Bibel nur benützte, um daraus Gift zu saugen.
Später in Holland entdeckt, aufgehoben, nach Vincennes geschafft
und von seiner Geliebten getrennt, begann er mit dieser den berühmten
Briefwechsel, welchen die Nachsicht des Polizeilieutenants
Le Noir gestattete und die jedem Zartgefühl fremde Gewissen-