Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

047

y.)  Nachrichten  vom  Türhen-Einfall  1478  (aus  Kärnthen).
Edel  gestreng  günstig  lieb  Herren,  mein  willig  dienst  wisset  beuor.  Ewr  schreiben
Hab  ich  vernummen  und  lass  euch  wissen,  das  dy  schnöden  verfluechten  Dürcken  gestern«
acht  (nacht)  vergangen  mit  gewalt  dur^h  dy  Flischt  gezogen  und  dy  unsernn  da  selbs  an
der  were  genant  das  pret  ab  getriben  haben,  und  haben  das  veld  an  der  Geil  zw  Fästricz
gehabt,  und  den  Sakman  auf  im  Geital  (Gailthal)  und  Tratal  (Drautlial)  mit  grosser
macht  geschickt,  dy  haben  alles  das  verhört  und  verprent  im  der  eben  und  am  pirg  das
da  gewesen  ist  und  gar  vil  frummer  kristenmenschen  alter  und  junger  jämerlich  ermort
undhingefiert.  Si  haben  sy  (sich)  auch  vor  Sachsenburg  gesehen  lassen,  das  Lurl  veld
(Lurkfeld?)  ist  gar  verprent.  Zw  kolerberg  sind  sy  über  dy  Tra  kommen,  den  marck
zw  Spital  gancz  aussprent  und  ist  darin  nicht  beliben  dann  der  pfarrhoff  und  das  pfitztung
(Vizthum)  hauss.  Da  selb  her  ab  haben  sy  alle  dorffer  enhalb  und  dishalb  der  Tra  gantz
verprent  und  wenig  sten  lassen.  Und  sind  enthalb  der  Tra  ab  geraist  mit  dem  Sakman
und  sand  Veicht  und  haben  da  selbs  in  allen  Tölern  unb  pringen  (Beringen,  Bergen)
gar  grossen  schaden  getan,  herab  in  der  Reichenaw  und  gegen  den  marck  Winterssueld
(Weittersveld?)  das  gancz  Gurktal  und  andre  Töler  und  gepirg  alles  verprent  und  an
«lein  nagsten  vergangen  Mitwochen  sind  sy  den  ganczen  tag  von  newn  uren  piss  in  dy
nacht  zw  nagst  hie  ob  der  stat  pey  sand  Martein  an  einander  mit  grossen  hauffen  fürgezogen ­
  und  sich  zenacht  (zenachst?  steht  oben)  under  der  stat  zw  unser  frawn  enliald
und  her  dishalb  der  Geil  zu  veld  geschlagen  und  alle  dörffer  hierumb  verprent.  Am
pfineztag  sind  aber  gross  schick  und  hauffen  dy  enhalb  der  Tra  gewesen  sind  hie  für  und
ze  veld  gezogen.  Am  freitag  haben  sy  ain  gefangen  menschen  mit  ainem  glaitzs  prieff
von  irm  haubpman  auss  gangen  hereingeschickt  mit  namen  Scainderweck  Herezog  zw
Wossen  und  haubtman  über  alles  durckes  veld,  aulf  dasselb  hab  ich  am  sambeztag  zwen
in  ir  veld  geschickt  etlich  gefangen  dy  an  der  Gaka  (oben:  Gota?)  und  Kanal  im  Schahen
(oben:  Schlahen)  gewesen  sein  zw  erledigen  und  zw  erlösen,  auflf  der  walstat  da  selbs
sind  vil  kristen  und  Durcken  pliben,  zway  und  vierczig  kristen  haubt  hat  man  daselben
funden,  dy  erschlagen  Turcken  verprennen  sy  selbs,  und  als  bemelten  zwen  auf  das  glaid
in  das  veldt  kommen  sind,  und  umb  etlich  gefangen  gedätigt  und  beför  (beuor)  an  umb
unser  pfarrkirchen  an  der  Geil,  also  haben  sy  vil  geltz  geuodert  das  dy  unsern  zw  gesagen
  nit  gewalt  gehabt  haben,  und  haben  ainen  andern  Türcken  auch  widerumb  gelait
zu  gesagt,  der  ist  von  irs  hauptmans  wegen  her  zw  uns  in  dy  vorstat  geriten.  Mit  demselben ­
  hab  ich  und  ander  lang  gedädigt,  das  er  sich  gewilligt  hat  an  stat  des  haubtmans
von  dem  er  gewalt  het  für  dy  pfarrkirchen  und  dorff  daselb  zw  nemmen  ain  sam  raifall
ettlich  semel  und  XX  ducaten  und  das  zw  sichern  ,  das  niemant  chain  schaden  daran
thuen  wolt.  Ich  und  dy  vom  Rat  haben  solich  tädig  angenomen  das  geldt  wein  und  prol
pey  den  unsern  geschickt  dem  haubtman  ,  der  ist  daran  gemuedigt  (oben:  genügig)
gewesen,  darauf!  zw  gesagt  und  gesprochen  pey  seiner  sei  und  gelobt  auflf  seinen  säbel
das  dy  kirchen  und  das  dorflf  sicher  sol  sein,  hat  auch  das  im  veldt  allethalhen  geruffen
lassen,  und  den  unsern  zw  gesagt  sy  solten  (oben:  sullen)  dy  nacht  im  veld  beleihen  und
friie  umb  dy  gefangen  dädingen.  Haben  sy  gesagt  früe  bider  in  zw  kommen  und  geldt
mit  in  zw  pringen  und  sind  des  nächst  (oben:  naclitz)  wider  herein  geriten,  und  dy
zwen  pauern  dy  in  den  säm  raifall  im  gelaid  hinauss  gefuert  haben  sy  dy  nacht  im  veldt
gelassen  ,  also  sind  sy  gestern  frue  ain  stund  vor  tags  auff  prochen  und  habent  als  dy
püsbicht  den  man  wider  (oben:  weder)  trauen  noch  gelauben  sol  dy  pfarrkirchen  an  der
Geil  und  das  dorff  da  selb  gantz  verprent  auch  dy  zwen  pauern  behalten  und  weg
gefuert,  und  sind  hinab  gezogen  zwischen  Rosseck  und  Hollenwurg  ligt  das  veld  yetzo,
der  sackinan  ist  weit  und  prait,  etlich  sind  liewt  her  wider  auflf  ir  (oben:  in  die)  prantslodt
  geruckt,  da  gehalten,  etwo  vil  arm  Volk  das  wider  hin  zw  gangen  ist  über  eilt
gehabt  und  weg  gefuert.  Etlich  reiten  noch  hin  und  her.  In  ist  auch  kain  pirg  vor,
darumb  sol  niembt  (oben:  nyemant)  dem  pirg  (oben:  ver)  trauen,  vil  gefangen  menseben
"'indisch  und  ander  sind  in  entrunen  und  herkomen,  dy  sagen  ,  ir  anschlag  scy  für
4Vindischgracz  über  dy  weyt  auss  zw  ziehen.  Ich  besorg  sy  weren  das  lafental  und  das
gantz  land  hinab  gantz  verderben.  Unser  herr  der  kayser  bederflf  nun  nit  sölner  von
der  pauern  pind  (oben:  pundt)  wegen  her  ein  zw  schicken,  dy  Türcken  haben  den
pundt  ze  drent  das  kain  drum  pey  dem  ander  beliben  ist  ,  der  almächtig  got  schicket
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.