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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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1.)  Königs  Matthias  von  Ungern  Erklärung  in  Betreff  des  Streites
K.  Friedrichs  IV.  mit  den  österreichischen  Landlcuten.
Mathias.
Es  ist  menigklich  (kund)  und  offenbar,  was  wir  Übung  und  arbait  pisher  auff
den  frid  und  rue  in  dem  lannd  Österreich  vor  nicht  angesehen  unnser  gros  darlegen
sunder  auch  aigen  unnser  person  gethan  haben.  So  nun  aber  wir  vernemen  die  zwil-Iracht
  ZAviscben  dem  allerdurchlewchtigisten  fürsten  und  herrn  herrn  Fridreicben  Ro.
Ka.  etc.  unnserm  lieben  vater  an  ainem  und  den  lanndherren  so  im  lannd  Österreich  pesambt
  und  verpunden  sein,  des  andern  tails  auffcrl)eben,  das  di  ding  nicht  verrer  fürgang
  und  zu  grosserem  schaden  chomen,  haben  wir  indem  zu  mermalln  durch  unnser
rätt  gearbait  zu  der  kaiserlichen  Maiestät  auch  zu  denselben  landllewten,  dieselben
unnser  potschafft  geschikt  damit  di  Sachen  ganntz  gericht  und  goaintt  solten  sein,  pis
so  lang  di  kaiserliche  Maiestät  in  lanndt  wider  chöme.  Haben  wir  nicht  widersprechen
von  der  Lieb  der  kaiserlichen  Majestät  und  von  rue  wegen  des  benanten  lannds  das  wir
albegen  zu  ainigchaitt  als  unnser  kunigreich  zu  arbaitten  pegertt  haben  auch  das  di  bemelten
  lanndlewtt  dem  obgenanten  unnserm  Vätern  dem  Römischen  Kaiser  als  irem  herrn
undertänig  und  gehorsam  sein  solten  und  wider  diselb  kaiserliche  Maiestät  nichtz
fiirnemen  und  herwiderumb  das  di  kaiserliche  Majestatt  di  bestimbten  landlewtt  in
sicherhaitt  aufnemen  und  hinfür  ir  genädiger  herr  sein  und  denselben  landlewtten
noch  den  irenn  chainen  schaden  noch  ungerechtigkaitt  beweisen  und  den  sein  solhs
zu  thuen  nicht  gestatten  sold.  Uber  solhs  sein  kaiserliche  Majestät  unns  er-Miecht
  hat  das  wir  den  obgenanten  landlewtten  in  seinem  namen  auch  seiner  person
versprechen  solten  das  sein  kaiserliche  Maiestät  wider  sy  noch  di  Iren  umb  vergangen
«ach  nichtz  anfahen  oder  zu  thun  bescliehen  lassen  wolt.  Sünder  di  obgemclten  landlewtt ­
  und  die  Iren  in  seiner  kaiserlich  Maiestät  Stctt,  Merchkt  und  Herrscbefften  frey
und  sicher  hin  und  für  ein  und  aus  gen  und  handln  mugen,  das  wir  alsdann  mit  unser
swerenn  müe  arbait  und  grossem  darlegen  gethan  und  verfangen,  damit  nichtz  widerwerligkait
  wider  sein  kaiserliche  Majestät  und  dew  sein  dj  gemelten  landlcw’t  furnemen,
  das  wir  pisher  von  in  zu  halten  vermaintt;  nichtz  dester  mynner  di  benanten  landlewtt ­
  uns  yecz  haymgesuecht  menig  clag  gethan  haben  ,  das  von  der  kaiserlich  Maiestät
  taill  und  der  seinen  des  besluss  genug  gehalten,  das  nynndert  di  bestimbten  landlewt
  und  di  irenn  sicher  und  fridleich  sein,  sunder  täglich  heschedigung  angelegt  werden, ­
  wann  ettlich  vill  irer  dienner  ycz  zumal  gefangen  sein  und  auff  ir  versuchen  ledig
nicht  mugen  gelassen  werden,  dabei  zu  versten  ist  ander  unratts  und  übel  daraus  ersten ­
  moebt,  das  wir  dann  auch  aus  irer  clag  nemen  mügen  und  auff  das  nun  solhs  unnser
arbaitt  und  gross  darlegen  dem  lannd  umbsunst  nicht  sey  angelegt  dem  wir  dann  allen
frid  und  gemach  gunnen  und  widerumb  in  newe  czwittracht  cbäme,  das  uns  dann  zuvodrist
  des  Komischen  Kaisers  unsers  Vaters  denselben  willen  in  allen  muglichen  dingen ­
  zu  erfüllen  und  zu  vodrist  das  benandt  lannd  Österreich  das  unnserm  Kunigreich  gelegen ­
  ist  alwegen  aller  guetigkait  zu  tliun  genaigt  sein  und  an  solhs  des  Janndtz  wider«
vartigkait  in  vil  dingen  missuallen  als  uor  dann  in  den  nagstuergangen  tagen  chlarlich
crczaigt  wann  wir  durch  pett  der  veint  wider  das  lannd  chain  hilff  thuen  noch  erczaigen
laben  wellen  als  vor  dann  dem  obgemelten  unnserm  Vater  dem  Rom.  Kaiser  durch  siner
kaiserlichen  Maiestat  ratt  beschehen  und  zu  thuenn  zue  entpoten  und  so  uerr  wir  von
andern  geschefften  wem  gemuessigt  gewesen  uns  in  den  clerlicher  beweisen  damit  menigklich ­
  verstanden  hiett  das  uns  solhs  des  lannds  peschedigung  laid  gewesen  war.  Auff
das  ermanen  wir  ew  nachdem  die  kaiserlich  Maiestat  in  abwesen  ist  das  Ir  ewern  vleis
ankert  damit  nichtz  news  in  dem  lannd  Österreich  fuergenomen  werde,  sunder  frid
und  gucte  ainigung  uncz  auff  zuckunft  der  kaiserlichen  Maiestat  bestee  ,  wann  wir  under
ander  mue  und  arbait  so  wir  pisher  gethan  und  ycz  mer  angenomen  haben  ainem  unserem
Sandpoten  czwischen  mitel  zu  den  Landherren  geschickt  der  zw  frid  des  lannds  ratten
und  den  benanten  landherren  in  unserm  namen  di  Sachen  verchunden  wirdet,  des  wir
buffen  auf  ewerm  tail  nicht  abgangk  noch  gopruch  sey  sunder  das  so  zu  gemainem
nutz  des  obgenanten  landtz  und  ewern  hxiben  ainigung  gehört  Ir  auch  darczuc  raten
belffen  und  diennen  werdet.
C.  b.  15S6.  p.  426  —  427,
            
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