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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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ducaten  in  aigner  person  vor  dom  verhörer  der  Camern  zu  erscheinen,  und  daselbs  furzulegen
  das  wir  Cristen  sein.  Als  oh  wir  etwas  news  im  glauben  vcrsten  Süllen*  an  das
wurden  wir  als  Ketzer  und  in  die  summa  des  berurten  penfals  erkannt.  Wir  haben  beswarde,
  das  unser  person  in  solh  verre  erfordert  werden  sullcn,  so  wir  doch  billicher
in  unnserm  vatcrlannd  vor  unnserm  ordenlichen  und  ungcmittclten  Richtern  furgenomen
werden  solten,  dann  wir  der  römischen  Zungen  ungelert  und  bisher  nicht  den  puechern,
sonnderder  Ritterschafft  obgelegen.  Dardurch  wir  aber  nicht  geacht  werden,  als  solten
wir  unsern  lewmund  und  Ewer  Heiligkait  Fiscal  verachten,  begern  und  hoffen  wir  dise
unser  unkundig  schrift  werde  unns  als  den  swer  ist  gen  Rom  ze  ziehen  awsreden  und
entschuldigen,  und  Ewr  Heiligkait  sol  nicht  zweyfln  unns  Cristen  ze  sein  und  recht  den
cristenlichen  glawben  vernemen.  Dann  wir  von  unnsern  Eltern  Eeen  und  Uren  und  anndern
  unsern  vorfodern  Cristen  geporn  mit  den  Sacramenten  der  Kirchen  gesprengt,  under
  den  cristen  erzogen  in  dem  glawben  und  cristenlichen  Lere  undcrweisl  und  verstcen
  nicht  annders,  dann  das  wir  von  dem  gelertisten  und  geistlichsten  mannen  geistlichen
und  weltlichen,  Briestern  erlernt  sein,  und  teglichen  von  in  lernnen.  So  sein  wir  auch
mit  dinst  verphlicht  ainem  cristnlichen  Fürsten  ,  der  Got  eret,  den  gotsdinst  meret  und
das  wort  gots  vleissigklich  höret,  die  Briesterschaflt  erkennet,  der  Kirchen  zugibt,  die
gerechtigkait  liebt,  Wueterey  fleucht  und  alles  Lasster  hasset,  der  nicht  allain  mit  dem
Eebruch,  sonnder  mit  unverschambten  wanndl  Worten  noch  gericht  nicht  vermerckht,  des
glauben  und  volkomenhait  dermassen  ist,  dass  er  gantz  nyemand  so  von  dem  cristenlichen ­
  glauben  nicht  recht  vernymbt  in  seinem  palast  oder  ainicherlay  dinstperkait  in
die  lenng  geduld.  Dadurch  aber  Ewr  Heiligkait  lautter  und  unnderschiedlicher  wie
wir  unns  in  dem  glauben  versteen  wissen  trag  wie  diemutig  und  ergeben  Sun  der
Kirchen  glauben  und  bekennen  zum  ersten,  das  ain  Got  sey  vater  und  sun  und  der
heilig  geist,  den  Sun  eingeleibt  gemarttert  und  das  er  erstannden  sey,  und  in  glcichnuss
  seiner  urstend  glauben  wir,  das  all  menschen  ersten  werden,  ain  Kirchen  und  ain
ersten  Römischen  Stuel  und  das  ain  yeder  der  cristenlich  und  nicht  frauenlich  noch  durch
verkerte  sonder  gerechte  wall  denselben  Stuel  besitzt  und  dieselben  obristen  wirde  mit
posen  sitten  und  beypilden  nicht  beflecklit  und  den  Sclieflein  mit  dem  pluet  Cristi  erlöster
nicht  schannde  vortregt,  das  dcrselb  sey  sein  Vater  und  ain  Richter  der  ganlzen  gemainschaft,
  dem  von  menigklich  gehorsam  getan  werden  sulle  und  macht  hab  zu  pinnden
und  zu  enntpinnden  so  der  Slussl  nicht  irret.  Wir  glauben  daz  got  ain  gerechter
Richter  sey,  der  die  swärn  iibl  als  die  sein  Rawberey,  Kirchpruch,  hochfart  unkewsch
uppikait  und  missprauch  des  erbs  Cristi,  BeyslalTern,  nennt  man  zw  Teutsch  Htiererey  Simoncy
  und  annder  mercklich  misstat,  dadurch  der  cristenlich  glawben  abreyset  und  die  gantz
hesamlung  der  Cristen  beschambt  wirdet,  mit  dem  ewigen  fewr  straffe,  ditz  glauben  wir
ains  unzweifcnlichen  glawbens  und  was  sunst  die  heilig  und  gemain  Kirchen  die  ain
gemains  Concili  bedewtt  ertailt.  Vleissigklich  bittend  und  flehende,  das  Ewr  Heiligkait
dem  Fiscal  verbiet  und  zu  sweigen  bevelh.  Dann  wo  wir  gleich  annderer  gcitigkail  ersatten
  möchten  würden  wir  doch  darumb  nicht  pesser  cristen  geacht.  Ewr  Heiligkait
sey  gedächtig  des  tröstlichen  worts  Cristi,  des  stat  Ir  hailler  auf  erdrich  der  da  spricht,
Ich  wil  die  Barmhertzigkait  und  nicht  das  opfer.  Derselb  Herr  Cristus  wolle  Ewr
Hochwirdigkait  zw  Regierung  der  Kirchen  lanng  saligklich  behalten.
C.  b.  Nr.  1586.  p.  399  —  401.

g)  Nachricht  von  der  französischen  Bothschaft  bey  K.  Friedrich  III.  1492.
De  Rege  Francie.
Item  des  kunigs  von  Franckrcich  ßottschafft  ist  an  Mitichen  vor  dem  Sonntag  Jubilate ­
  etc.  Ixxxxij 0  von  keyserlicher  Majestät  verhört  worden,  der  Werbung  in  latein
beschuhen  ist  und  hellt  sich  wie  hernach  volgt.
Erstlich.  Als  wie  kunigklicher  Mt.  von  dem  kunig  von  Franckreich  vil  mishandlung,
  so  er  mit  seiner  tochter  und  dem  Freulein  von  Brilonia  gethan  haben,  furkommen
und  anbracht  sein  sollten.  Nu  sey  er  der  konig  von  Franckreich  all  sein  tag  des  willens
und  gemuets  gewesen,  mit  dem  haus  ze  Österreich  einig  ze  se  n,  und  in  gucter  frundlschafft
zu  steen  vor  allen  aniulern  Fürsten,  des  geleichen  er  sich  zu  dem  Ro.  Konig  auch  ver-Sitzb.
  d.  philos.-histor.  CI.  Jahrg.  1850.  II.  Bd.  IV.  Ilft,  35
            
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