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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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vielen  reichgeschmückten  Hofleuten  beim  Taufzuge  sprechend
sagt  er  mit  ironischem  Nachdruck:  „und  darunter  war  auch  der
Cönde  Don  Frances,  der  mehr  Steine  trug  als  Antonio  de  Fonseca
und  der  Marques  de  Cenete”  (y  el  conde  don  Frances  que  mas
piedras  llevaba  que  Antonio  de  Fonseca  y  el  marques  de  Cenete).
Kurz  bevor  die  Nachricht  von  der  Einnahme  und  Plünderung
Roms  *)  und  dem  Tode  des  Herzogs  von  Bourbon  in  Valladolid  hei
dem  Kaiser  eintraf  (im  Juni  1527;  Sandöval  Lib.  XVI.  §.  8),
hatte  er  festliche  Ritterspiele  angeordnet,  worüber  sich  hei  unserem
Chronisten  folgende  für  die  Literatur-  und  Sittengeschichte  merkwürdige ­
  Stelle  findet:
„  Kurz  bevor  hatte  der  durchlauchtigste  Kaiser  Turniere  und
Abenteuer  angeordnet  in  der  Weise,  wie  der  „  Amadis”  es  erzählt,
ja  noch  viel  ungeheuerlichere  und  anmuthigere;  und  Alles,  was  in
jenem  Buche  gesagt  wird,  sollte  hier  wörtlich  in  allem  Ernste  ausgelührt
  werden,  ohne  dass  nur  etwas  an  alledem  gefehlt  hätte
Als  aber  diesem  hohen  Kaiser  die  Nachricht  zugekommen  war  von
den,  bei  der  Einnahme  von  Rom  vorgefallenen  Dingen,  und  wie  es
in  jener  Stadt  herging,  hatte  er  darob  grossen  Schmerz  und  zeigte
viel  Leid,  so  zwar,  dass  S.  Maj.  befahl,  alle  die  Feste  und  Abenteuer
einzustellen,  die  des  anderen  Tages  hätten  dargestellt  werden  sollen,
und  befahl  all  die  Gerüste,  Bühnen,  Schlösser  und  Treppen  und  anderen ­
  grossen  Baulichkeiten  niederzureissen,  die  für  besagte  Feste

*)  Bei  dieser  Gelegenheit  erwähnt  auch  unser  Chronist  der  bekannten  Romanze:
Triste  estaba  el  Padre  sanlo.
Indem  er  in  seiner  burlesken  Weise  von  der  Plünderung  Roms  sagt:
Cap.  LX.  Fol.  135 v0 -:  La  gente  de  guerra  entro  en  Roma,  y  la  saqueo,  y  ji  los
Romanos  y  Cardenales  les  desplugo  de  lo  que  pasaba  ftias  por  lo  que  ies
tomaron,  que  por  la  honra,  aunque  a  Juan  de  Urbina  no  le  desplugo
Beato  quien  alli  no  se  hallo,  que  mas  le  valiera  liallarse  en  Simancas  6  en
el  espinar  de  Segovia,  segun  que  lo  dejö  escripto  el  Principe  de  Oranje  en
una  glosa  que  hizo  al  romance  que  dice:  Triste  estaba  el  Padre  Santo.
So  dass  diese  Romanze  ganz  gleichzeitig  mit  der  Begebenheit  entstanden
sein  muss.  —  Noch  finden  sich  Anspielungen  auf  folgende  Romanzen  :  Fol.  63 v0, :
„Le  crecia  la  barriga  y  se  le  acortaba  el  vestir”  (aus  der  bekannten  Romanze ­
  :  Tiempo  es,  el  caballero)  ;  —  und  Fol.  129 v0 -:  El  romance  que  dice  :
„En  Martos  estaba  el  rey”,  y  como  murieron  despenados  los  Caravajales
(eine  mir  unbekannte  Romanze  von  Fernando  IV.  tle  Castilla,  el  emplazado?).
            
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