44
in Bekämpfung der Türken zu unterstützen, indem er ihnen
vorstellte, wie trotz seiner Grossmuth der König von Frankreich
und selbst der Papst (que en lugar de poner paz se
mostraba banderizo) sich heimlich mit diesem Erbfeinde der
Christenheit gegen ihn verbunden haben. Da aber die Prälaten,
Granden und Procuradoren unter Betheurungen ihres guten
Willens und Gehorsams doch nur in die Wette Ausflüchte vorbrachten,
um die verlangte Geldhilfe zu verweigern und statt
deren neue Begünstigungen für sich zu begehren (vgl. Sandöval,
Lib. XVI. §. 2), so hatte unser Chronist diessmal nur
zu gerechte Veranlassung, seinen Spott zu üben, und unterlässt
es auch nicht, mehrere (wie die Grafen De Castro, De
Benavente, die Herzoge von Näjara , von Bejar, ja selbst den
Grossinquisitor und Erzbischof von Sevilla Don Alonso Manrique
u. s. w.) namentlich anzuführen, ihre Entschuldigungen zu
parodieren und ihr Aussehen und Benehmen mit seinen gewöhnlichen
derb-burlesken Vergleichen lächerlich zu machen.
Als die Cortes dann nach diesen fruchtlosen Unterhandlungen
den Kaiser am Palm - Montag baten, sie zu entlassen, um die
Ostern zu Hause feiern zu können, verabschiedete sie der Kaiser,
wie unser Chronist sagt, „mit heiterer Miene” (con alegre
cara) indem er ihnen nachrief: „Ite maledicti,” denn es steht
geschrieben (que escripto estä): maledictus est qui confidit in
(sic) populis !”
Bekanntlich gebar bald darnach zu Valladolid die Kaiserin
den Kronprinzen Philipp und dessen Taufe wurde in der Pauluskirche
mit dem grössten Jubel und Pompe vollzogen (wunderlicher
Weise gibt unser Chronist selbst so bekannte und
wichtige Daten falsch an, indem er sagt, Philipp sei am 20. April
1527 geboren und im Juli getauft worden, da, wie allbekannt,
dessen Geburt am 21. Mai und dessen Taufe am 5. Juni Statt
fand; vgl. die sehr umständliche Beschreibung dieser festlichen
Tage bei Sandova], Lib. XVI. §. 12—14, während mehrere
der da gegebenen Einzelnheiten auch in unserer Chronik sich
genau damit zusammenstimmend linden); und auch bei der halb
ernsthaft und wahrheitsgetreu gegebenen, halb parodistisch carikirten
Beschreibung dieser Festtage vergiesst der Hofnarr
nicht seiner wichtigen Theilnahme zu erwähnen; denn von den