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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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in  Bekämpfung  der  Türken  zu  unterstützen,  indem  er  ihnen
vorstellte,  wie  trotz  seiner  Grossmuth  der  König  von  Frankreich ­
  und  selbst  der  Papst  (que  en  lugar  de  poner  paz  se
mostraba  banderizo)  sich  heimlich  mit  diesem  Erbfeinde  der
Christenheit  gegen  ihn  verbunden  haben.  Da  aber  die  Prälaten,
Granden  und  Procuradoren  unter  Betheurungen  ihres  guten
Willens  und  Gehorsams  doch  nur  in  die  Wette  Ausflüchte  vorbrachten,
  um  die  verlangte  Geldhilfe  zu  verweigern  und  statt
deren  neue  Begünstigungen  für  sich  zu  begehren  (vgl.  Sandöval,
  Lib.  XVI.  §.  2),  so  hatte  unser  Chronist  diessmal  nur
zu  gerechte  Veranlassung,  seinen  Spott  zu  üben,  und  unterlässt ­
  es  auch  nicht,  mehrere  (wie  die  Grafen  De  Castro,  De
Benavente,  die  Herzoge  von  Näjara  ,  von  Bejar,  ja  selbst  den
Grossinquisitor  und  Erzbischof  von  Sevilla  Don  Alonso  Manrique
  u.  s.  w.)  namentlich  anzuführen,  ihre  Entschuldigungen  zu
parodieren  und  ihr  Aussehen  und  Benehmen  mit  seinen  gewöhnlichen ­
  derb-burlesken  Vergleichen  lächerlich  zu  machen.
Als  die  Cortes  dann  nach  diesen  fruchtlosen  Unterhandlungen
den  Kaiser  am  Palm  -  Montag  baten,  sie  zu  entlassen,  um  die
Ostern  zu  Hause  feiern  zu  können,  verabschiedete  sie  der  Kaiser, ­
  wie  unser  Chronist  sagt,  „mit  heiterer  Miene”  (con  alegre
cara)  indem  er  ihnen  nachrief:  „Ite  maledicti,”  denn  es  steht
geschrieben  (que  escripto  estä):  maledictus  est  qui  confidit  in
(sic)  populis  !”
Bekanntlich  gebar  bald  darnach  zu  Valladolid  die  Kaiserin
den  Kronprinzen  Philipp  und  dessen  Taufe  wurde  in  der  Pauluskirche ­
  mit  dem  grössten  Jubel  und  Pompe  vollzogen  (wunderlicher ­
  Weise  gibt  unser  Chronist  selbst  so  bekannte  und
wichtige  Daten  falsch  an,  indem  er  sagt,  Philipp  sei  am  20.  April
1527  geboren  und  im  Juli  getauft  worden,  da,  wie  allbekannt,
dessen  Geburt  am  21.  Mai  und  dessen  Taufe  am  5.  Juni  Statt
fand;  vgl.  die  sehr  umständliche  Beschreibung  dieser  festlichen
Tage  bei  Sandova],  Lib.  XVI.  §.  12—14,  während  mehrere
der  da  gegebenen  Einzelnheiten  auch  in  unserer  Chronik  sich
genau  damit  zusammenstimmend  linden);  und  auch  bei  der  halb
ernsthaft  und  wahrheitsgetreu  gegebenen,  halb  parodistisch  carikirten
  Beschreibung  dieser  Festtage  vergiesst  der  Hofnarr
nicht  seiner  wichtigen  Theilnahme  zu  erwähnen;  denn  von  den
            
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