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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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in  Italien,  mit  strenger  Haftbiissen  musste,  ist  geeignet,  die  Forschbegier ­
  noch  mehr  anzuregen.  —  Wie  wenig  wissen  wir  noch  im
Ganzen  über  die  geheime  Geschichte  der  damaligen  Zeit,  über
die  Parteien  am  Hofe  und  —  im  Volke.
9.  g.)  Die  Appellation  des  Erzherzogs  Albrecht  IV.,  in
lateinischer  Sprache,  gegen  den  Bann,  welchen  der  Papst  Pius  II.
über  ihn  verhängte  wegen  seines  so  unbrüderlichen  Benehmens  gegen ­
  K.  Friedrich  III.,  dessen  Feinden  er  sich  nicht  nur  anschloss,
sondern  selbe  vielmehr  vielfach  aufhetzte.  —  Man  ersieht  aus  diesem ­
  wichtigen  Actenstücke  den  höchst  traurigen  Stand  der  öffentlichen ­
  Angelegenheiten,  wenn  man  auch  nicht  wenig  Uebertreibung
und  gehässige  Auslegungen  dem  unseligen  Bruderhass  und  Egoismus ­
  des  verblendeten  Mannes  zuschreiben  wird  müssen.
9.  f.)  Dass  jedoch  wenigstens  Muthund  persönliche  Tapferkeit
ihn  zierten,  ist  bekannt  und  wird  aufs  Neue  bewährt  aus  einer  Begebenheit, ­
  welche  ich  einem  Privatschreiben  entnehme,  das  in
demselben  Codex  enthalten  ist.
9.  a  —  e)  Mehrere  Schreiben  (2,  aus  dem  Jahre  1460)  vom
Papst  Pius  II.  und  seinem  Legaten,  Cardinal  Bessarion,  an  die
Reichsstadt  Augsburg  und  von  K.  Friedrich  (3,  aus  dem  Jahre
1462)  an  Papst  Pius  II.,  an  den  König  Ludwig  von  Frankreich,  an
Herzog  Philipp  von  Burgund,  bei  Gelegenheit  des  unglücklichen
Treffens  bei  Seckenheim,  in  dem  bekanntlich  Pfalzgraf  Friedrich
seine  Gegner,  den  Markgrafen  Carl  von  Baden,  den  Grafen  Ulrich
von  Wirtemberg  und  den  Bischof  Georg  von  Metz,  gefangen  nahm.
Diese  Correspondenz  zeigt  wieder,  wie  tief  gesunken  die  Macht
und  Geltung  des  römischen  Kaisers  gewesen,  der  es  nicht  unter
seiner  Würde  fand,  französische  Hilfe  gegen  seinen  Gegner,  den
deutschen  Reichsfürsten,  anzusprechen.
Diese  Stücke  sind  hinreichend,  zu  beweisen,  dass  die  Erforschung ­
  deutscher  Bibliotheken  wahrlich  dringend  nöthig  sei.  —
Ein  eben  so  reicher  dem  Umfange  nach  noch  bedeutenderer
Codex  Ms.  ist  Codex  latinus  monacensis  Nr.  215.  in  Fol.  chart.
(foll.  346),  mit  der  Aufschrift:  „Liber  historiarum  Doctoris  Hart“
manni  Schedel  de  Nuremberga.”  —
Doctor  Hartmann  Schedel  von  Nürnberg,  ein  bekannter
gelehrter  Arzt,  der  nebenbei,  wie  diess  im  fünfzehnten  und  sechzehnten ­
  Jahrhunderte  so  häufig  geschah,  Geschichte  als  Lieblings-
            
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