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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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eines  wiederholten  Abdruckes  wohl  würdig  sein;  ohnehin  ist  Würdtweins
  umfangreiche  Sammlung  ziemlich  selten  hier  zu  Lande.
Dafür  ist  meines  Wissens  die  nachfolgende  Darstellung  der
Verhandlungen,  welche  fortdauernd  durch  die  königlichen  Gesandten ­
  mit  den  Churfürsten  in  derselben  Angelegenheit  geführt
wurden,  noch  ungedruckt  und  ergänzt  auf  willkommene  Art  unsere ­
  Kenntniss  von  dem  Gange  dieser  Ausgleichung.  —  (9.  p.)
Mich  aber  haben  diese  Stücke  (nebst  so  vielen  Andern)  aufs
Neue  in  der  schon  längst  gehegten  Ansicht  bestärkt,  dass  unsere
Art  und  Weise  Geschichte  zu  schreiben  aus  Bruchstücken  eine
ganz  verkehrte  und  falsche  sei.  —  Mir  kommen  die  meisten  unserer ­
  Geschichtschreiber  vor  wie  jene  modernen  Baumeister,  die  so
recht  schnell,  mit  noch  dazu  wenig  soliden  Materialien,  ein  Gebäude ­
  aufführen,  das,  wenn  nicht  während  des  Baues  schon  ,  doch
in  kurzer  Zeit  darauf  in  Trümmer  fällt,  ja  auch  unter  den  Trümmern ­
  nicht  wenig  Unglückliche  begräbt.  —
Begraben  wird  freilich  durch  derlei  verkehrte  und  falsche
Darstellungen  der  Buchmacher  nur  die  Wahrheit,  aber  dass
diese  mehr  werth  als  das  Leben  sei,  glauben  leider  jetzt  nur  Wenige, ­
  desto  mehr  hält  man  an  dem  Sprücliwort:  Mundus  vult  decipi,
  ergo  —  decipiatur.  —
Unter  den  übrigen  Stücken  dieser  Handschrift  habe  ich  copirt:
9.  i.,  die  Rede  des  gelehrten  Doctors  Jakob  Alvarotti,  mit  der
er,  in  Gegenwart  einer  grossen  und  ansehnlichen  Versammlung,
den  zur  Kaiser-Krönung  nach  Rom  reisenden  König  Friedrich  in
der  Cathedral-Kircbe  zu  Padua,  am  12.  Jänner  1452,  begrüsste.  —
Ein  Zeuffniss  der  Ansichten  über  die  Kaiserwürde  und  des  herrsehenden
  Geschmacks!  —
9.  q.  Ein  Klageschreiben  des  bekannten  Bernhard  von
Kraiburg  an  einen  Gönner  (?)  über  den  unvermutheten  Todfall
Königs  Ladislaus  Posthumus,  aus  Salzburg  datirt.  —  Eine  sehr  hcredte
  Darstellung  des  unglücklichen  Verhängnisses,  das  durch  dieses ­
  ohnehin  so  zweideutige  Abscheiden  über  Böhmen,  Ungern  und
Oesterreich  hereinbrach.  —  Solche  Zeitstimmen  dürften  uns  noch
manche  ersehnte  Aufschlüsse  liefern.  —  Eine  Andeutung  über  das
mysteriöse  Schicksal  des  Lehrers  des  jungen  Fürsten  (Meister
Caspar  —  Venndl  wie  er  hier  heisst),  der  bekanntlich  seine  Mitwirkung ­
  bei  dem  Fluchtversuche  seines  Zöglings,  während  der  Reise
            
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