Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

595

Eugen  IV.  und  dem  Concilium  zu  Basel  (mit  dem  von  ihm  erwählten ­
  Gegen-Papste  Felix  V.)  —in  heilloser  Verwirrung  waren.
Ich  theile  aus  diesem  wichtigen  Codex  hier  folgende  Stücke
mit,  welche  ich  um  ihres  Interesse  willen  sogleich  selbst
copirte:
Aus  dem  Jahre  1446  (9.  k.  1.  m.  n.  o.  p.)  sechs  Nummern.
1)  Declaratio  Baronum  et  Regni  Bohemie  pro  domino  Eugenio
  papa  quarto,  vom  10.  August  1446.
2)  Declaratio  Universitatis  Sludii  Pragensis  pro  domino
Eugenio  papa  quarto,  vom  2.  August  1446.
Beide  Actenstiicke  zeigen  auf  unumstössliche  Weise,  dass
König  Friedrich  in  der  Kirchen-Angelegenheit  nicht  so  einseitig
verfuhr,  als  ihm  von  den  meisten  neueren  Geschichtschreibern
vorgeworfen  wird,  die  ihm  nichts  weniger  Schuld  geben  als  —
Verrath  an  der  deutschen  Nation  und  blindes  Aufgeben  der  Gerechtsame. ­

Die  Prager  Universität  schreibt  dem  noch  nicht  ganz  entschlossenen ­
  König  auf  eine  so  bestimmte  und  keinerlei  Missdeutung ­
  fähige  Art,  dass  seine  Bemühung  zur  religiösen  Vereinigung
ihre  vollste  Anerkennung  geniesse,  dass  sie  die  Anerkennung  Papst
Eugen’s  IV.  für  die  grösste  Wohlthat  halte,  die  den  zerrissenen
Gemüthern  den  Frieden  zurückbringen  könne.
Auch  die  katholischen  Edlen  Böhmens  erklären  ihre  volle
Unterwerfung  unter  den  Papst  Eugen  IV.  unter  bemerkenswerthen
Ausdrücken.
Vergleiche  über  diese  Angelegenheit  das  öfter  erwähnte  Archiv
cesky  II.  Bd.  p.  22,  Nr.  28,  vom  21.  Juli  1446;  it.  p.  24,  Nr.  29,
vom  27.  Juli  1446,—Correspondenz  des  Ales  Holicky  von  Sternberg, ­
  —  dann  p.  432.  Nr.  V.  vom  16.  Juli  1446,  Correspondenz
des  Prokop  von  Rabstein  und  Bd.  III.  p.  38.  Nr.  57,  vom  5.  August ­
  1446,  Correspondenz  des  Ulrich  von  Rosenberg.
Ein  neuer  schlagender  Beweis,  dass  die  Quellen  bei  ihrer  ungeheuren ­
  Zerstreutheit  und  Zerstücklung  erst  nach  und  nach  zusammengefunden ­
  und  folglich  auch  erst  später  zusammengestellt
werden  können.  —  Ueherall  tauchen  Ergänzungen  und  Stücke  des
Ganzen  auf.  Ist  es  ein  Wunder,  dass  unser  ganzes  bisheriges
Wissen  in  der  Geschichte  ein  Stückwerk?  —  Wollte  man  diess
auch  nur  erkennen!  —
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.