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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Seiten  eine  Masse  von  Actenstücken  und  Notizen,  die  zur  politischen, ­
  zur  Religions-  und  Kirchen-,  zur  Sitten-  und  Cultursgeschichte
  des  fünfzehnten  und  sechzehnten  Jahrhunderts  köstliche
Beiträge  liefern.  Ich  habe  wohl  den  ganzen  Inhalt  der  Handschrift ­
  durchgegangen,  konnte  jedoch  nur  einen  verhältnissmässig
kleinen  Theil  copiren,  das  Meiste  bleibt  einer  späteren  Benützung ­
  durch  mich  oder  Andere  Vorbehalten.
Das  von  mir  sogleich  Benützte  enthält  Beiträge  zur  Geschichte
K.  Friedrichs  III.  und  K.  Maximilians  I.  und  ihrer  Feinde,  des  Königs ­
  Matthias  (Corvin)  von  Ungern,  der  Türken,  der  Venetianer,
auch  die  Geschichte  der  Landschaften  Oesterreich,  Steyermark,
Kärnthen,  Krain,  Tirol,  dann  Bayerns  wird  durch  mehrere  Stücke
beleuchtet.  (Siehe  Beilagen  zu  Nr.  8.  lit.  a  —  dd.  29  Nummern.)
Das  Ganze  ist  ein  interessanter  Beleg  zu  der  Behauptung,  dass
man  auch  im  Mittelalter  von  den  Begebenheiten  und  Verhältnissen
im  Grossen  gerne  Notiz  nahm  und  dass  es  auch  damals  nicht  an
Zeitungsnachrichten,  an  Gerüchten  fehlte.  Wir  finden  ein  Kloster,
freilich  eines  der  bedeutendsten  und  ansehnlichsten,  das  zahlreiche
Verbindungen  hatte  und  auch  vielfache  Interessen,  von  mehreren
Seiten  gut  unterrichtet  und  über  die  Zustände  des  Nachbarstaates,
wohl  auch  um  des  eigenen  Interesse  willen,  sorgfältige  Erkundigung
einziehend.
Es  ist  eine  solche  Sammlung  auch  für  die  Culturgeschichte
nichf  ohne  Bedeutung,  man  ersieht  daraus,  was  den  Vorfahren
wichtig  und  interessant  gewesen.
Ein  in  mancher  Beziehung  noch  wichtigerer  Codex  der  Münchener ­
  Hofbibliothek  trägt  die  Signatur:  Codex  latinus  monacensis
Nr  4016.  in  fol.  (foll.  114)  chart.  —  Derselbe  war  im  Besitze  der
Augsburger  Jesuiten  (Nr.  16)  und  früher  unter  den  Peutinger’schen
Handschriften  Nr.  42  gewesen.  Die  Aufschrift  von  Aussen  besagt
über  den  Inhalt:  „Orationes  et  Avisamenta  Oratorum  —  ad  Pa-„pam
  et  Imperatoren»,  in  diversis  dietis  et  conventibus.”
Die  Zeit,  welche  in  dieser  Handschrift  durch  nicht  w'cnigc
Actenstücke  und  Reden  beleuchtet  wird,  fällt  in  die  Jahre  144(5
bis  1462.  Vorzügliches  Interesse  bieten  die  über  die  kirchlichen ­
  Verhältnisse  handelnden  Stücke  dar,  welche  bekanntlich ­
  in  den  Jahren  1440  bis  1447  —  während  der  Neutralität
der  deutschen  Nation  in  dem  bitteren  Streite  zwischen  Papst
            
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