43
gehüllt ausgegangen und Herr von La Chaux (den. er nun Comendador
mayor de Alcäntara nennt) habe ihm die Schleppe
des Trauermantels getragen. Da habe Don Gnillen Peraza Conde
de La-Gomera aus Diensteifer für den Kaiser und Herrn von
La Chaux sich an den Letzteren angedrängt und dessen Schleppe
ergriffen. Umsonst wehrte sich La Chaux, als er diese Ungeliörigkeit
bemerkte ihm in Gegenwart des Kaisers die Schleppe zu
tragen, aus Leibeskräften dagegen, der Graf Hess nicht los,
La Chaux verwünschte auf Flämisch den überhöflichen Grafen zu
allen Teufeln, und über dem Hin- und Herzerren seiner Schleppe
wäre bald der Kaiser gefallen. Doch, fügt unser Chronist hinzu,
sagen Andere, diess sei dem Grafen von Nassau mit Don Luis
Mendez begegnet, und die mehr erwähnte „Floresta’ ’ (D e cortesia,
Fol. 98) erzählt auch in der Tliat von dem Grafen von
Nassau und „einem Cavalier’, aber bei derselben Gelegenheit
und ohne Angabe der Quelle diese Anekdote.
Am 15. December 1526 reiste unser Chronist nach seiner
Angabe mit dem Kaiser von Granada ab und folgte ihm nach
Valladolid, wo sie am 25. Februar 1527 angekommen seien
(dass auch diese Daten, so genau sie aussehen, falsch sind,
sieht man aus Sandoval, Lib. XVI. §. 1., nach welchem der
Kaiser am 10. November 1526 von Granada abreiste und am
14. Jänner 1527 in Valladolid ankam) '). Dorthin hatte der
Kaiser die Cortes zusammenberufen, um sie aufzufordern, ihn
4 ) Nachdem er schon im Cap. LI. der Abreise des Kaisers nach Valladolid
erwähnt hatte, fährt er erst im Cap. LVII. fort, diese Reise und was sich
weiter hegeben zu erzählen; denn die zwischen diesen beiden Capiteln
befindlichen enthalten seine Briefe an den Papst Clemens VII. (den zweiten),
an König Ferdinand I.. den Grosstürken und an den Kaiser selbst
(den in einer früheren Anmerkung erwähnten über seine Lebensgefahr bei
der Fähre von Alconetar), alle natürlich im burlesken Style und bloss
Anspielungen auf Hofgeschichten oder Spässe über damals bekannte Persönlichkeiten
enthaltend, die theils unverständlich geworden theils ganz
platt und uninteressant sind. Doch scheint aus dieser Unterbrechung und
der Einfügung der Briefe auch in unserer Handschrift so wie aus der in
Beilage A) erwähnten Beschreibung anderer Handschriften hervorzugehen,
dass er seine Chronik zu Ende 1526 wiederaufgenommen und dann wohl
gleichzeitig mit seinen weiteren Erlebnissen niedergeschrieben habe, wobei
nur die so bestimmten und doch offenbar falschen chronologischen
Daten auffallen, wenn nicht auch dahinter etwa eine Parodie der seriösen
Chronisten durch den „lustigen” (alegre cronista) zu suchen ist? —