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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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gehüllt  ausgegangen  und  Herr  von  La  Chaux  (den.  er  nun  Comendador
  mayor  de  Alcäntara  nennt)  habe  ihm  die  Schleppe
des  Trauermantels  getragen.  Da  habe  Don  Gnillen  Peraza  Conde
de  La-Gomera  aus  Diensteifer  für  den  Kaiser  und  Herrn  von
La  Chaux  sich  an  den  Letzteren  angedrängt  und  dessen  Schleppe
ergriffen.  Umsonst  wehrte  sich  La  Chaux,  als  er  diese  Ungeliörigkeit
  bemerkte  ihm  in  Gegenwart  des  Kaisers  die  Schleppe  zu
tragen,  aus  Leibeskräften  dagegen,  der  Graf  Hess  nicht  los,
La  Chaux  verwünschte  auf  Flämisch  den  überhöflichen  Grafen  zu
allen  Teufeln,  und  über  dem  Hin-  und  Herzerren  seiner  Schleppe
wäre  bald  der  Kaiser  gefallen.  Doch,  fügt  unser  Chronist  hinzu,
sagen  Andere,  diess  sei  dem  Grafen  von  Nassau  mit  Don  Luis
Mendez  begegnet,  und  die  mehr  erwähnte  „Floresta’  ’  (D  e  cortesia,
  Fol.  98)  erzählt  auch  in  der  Tliat  von  dem  Grafen  von
Nassau  und  „einem  Cavalier’,  aber  bei  derselben  Gelegenheit
und  ohne  Angabe  der  Quelle  diese  Anekdote.
Am  15.  December  1526  reiste  unser  Chronist  nach  seiner
Angabe  mit  dem  Kaiser  von  Granada  ab  und  folgte  ihm  nach
Valladolid,  wo  sie  am  25.  Februar  1527  angekommen  seien
(dass  auch  diese  Daten,  so  genau  sie  aussehen,  falsch  sind,
sieht  man  aus  Sandoval,  Lib.  XVI.  §.  1.,  nach  welchem  der
Kaiser  am  10.  November  1526  von  Granada  abreiste  und  am
14.  Jänner  1527  in  Valladolid  ankam)  ').  Dorthin  hatte  der
Kaiser  die  Cortes  zusammenberufen,  um  sie  aufzufordern,  ihn

4 )  Nachdem  er  schon  im  Cap.  LI.  der  Abreise  des  Kaisers  nach  Valladolid
erwähnt  hatte,  fährt  er  erst  im  Cap.  LVII.  fort,  diese  Reise  und  was  sich
weiter  hegeben  zu  erzählen;  denn  die  zwischen  diesen  beiden  Capiteln
befindlichen  enthalten  seine  Briefe  an  den  Papst  Clemens  VII.  (den  zweiten), ­
  an  König  Ferdinand  I..  den  Grosstürken  und  an  den  Kaiser  selbst
(den  in  einer  früheren  Anmerkung  erwähnten  über  seine  Lebensgefahr  bei
der  Fähre  von  Alconetar),  alle  natürlich  im  burlesken  Style  und  bloss
Anspielungen  auf  Hofgeschichten  oder  Spässe  über  damals  bekannte  Persönlichkeiten ­
  enthaltend,  die  theils  unverständlich  geworden  theils  ganz
platt  und  uninteressant  sind.  Doch  scheint  aus  dieser  Unterbrechung  und
der  Einfügung  der  Briefe  auch  in  unserer  Handschrift  so  wie  aus  der  in
Beilage  A)  erwähnten  Beschreibung  anderer  Handschriften  hervorzugehen,
dass  er  seine  Chronik  zu  Ende  1526  wiederaufgenommen  und  dann  wohl
gleichzeitig  mit  seinen  weiteren  Erlebnissen  niedergeschrieben  habe,  wobei ­
  nur  die  so  bestimmten  und  doch  offenbar  falschen  chronologischen
Daten  auffallen,  wenn  nicht  auch  dahinter  etwa  eine  Parodie  der  seriösen
Chronisten  durch  den  „lustigen”  (alegre  cronista)  zu  suchen  ist?  —
            
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