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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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in  den  zahlreichen  deutschen  Ortschaften  sich  sesshaft  machten.
Andere  kamen  nach,  bis  in  mehreren  solchen  Ortschaften  eine
gemischte  Bevölkerung  entstanden  war,  und  die  Anforderung
des  gemischten  Schulunterrichts  und  der  abwechselnden  Wald
eines  deutschen  und  italienischen  Gemeindevorstandes  auftauchen
und  durchgesetzt  werden  konnte.  Von  Ortschaften  mit  gemischter
Bevölkerung  wurde  schon  i.  J.  1845  Leifers,  Branzoll,  Pfatten,  Buchholz,
  Siebeneich,  Terlan,  Gargazon,  Vilpian,  Burgstall,  Lana,  Andrian,Nals
  und  Mitterndorf  genannt  und  Pfatten  war  bereits  ganz  in
eine  italienische  Ortschaft  verwandelt.  Die  Zugslinie  der  wälscheu
  Ausbreitung  reichte  also  schon  zu  jener  Zeit  bis  nahe  an
Meran,  aber  die  Anforderung  den  gemischten  Unterricht  an  der
Hauptschule  einzuführen,  stellte  im  nämlichen  Jahre  selbst  die
Kreisstadt  Botzen,  die  letzte  deutsche  Stadt,  nachdem  in  Trienjt
durch  alle  erdenkliche  Umtriebe  die  Ausrottung  der  deutschen
Sprache,  die,  wie  es  heisst,  nur  noch  bei  der  Fleischerzunft  in  Gebrauch ­
  sein  soll,  völlig  gelungen  ist.
Dieser  im  Etschthal  getroffene  Uebelstand  wird  vielleicht  noch
in  höherem  Grade  auch  bei  den  deutschen  Berggemeinden  getroffen.
Von  denen  in  Valsugan  berichtet  Staffier  in  seiner  Topographie
Tirols  Folgendes:  „In  der  neuen  Zeit,  sagt  er,  wuchert  das  Italienische ­
  dort  immer  mehr  und  droht  das  Deutsche  in  diesen
„Gemeinden  bald  ganz  zu  verdrängen.  Der  jetzt  eingeführte
„italienische  Schulunterricht  und  die  italienischen  Kanzelvorträge
„werden  wesentlich  dazu  beitragen.  In  den  Gemeinden  Cruta  und
„Vattaro,  im  Bezirk  von  Levico  und  Palesina,  dann  in  jenem  von
„Pergine,  wo  vor  nicht  langer  Zeit  noch  deutsch  gesprochen  wurde,
„verstummte  auch  bereits  die  deutsche  Zunge.”  Nun  ist  zu  wissen,
dass  die  Volkszahl  dieser  Gemeinden  über  11000.  Individuen  beträgt. ­
  Alle  diese  Gemeinden,  sow'ie  auch  die  in  der  Ebene,  gehören
zum  Bisthume  Trient,  von  dem  die  deutschen  Gemeinden  mit  italienischen ­
  Seelsorgern,  die  zugleich  häufig  die  Schullehrer  abgeben,
besetzt  werden,  obgleich  im  dortigen  Seminarium  die  Einrichtung
bedingt  ist,  deutsche  und  italienische  Zöglinge  heranzubilden.  In
dieser  Beziehung  kommen  aber  auch  noch  Gewaltmassregeln  zur
Ausrottung  der  deutschen  Sprache  vor.  Professor  Sch  melier
erzählt  in  seiner  Abhandlung  über  die  seife  und  tvedici  comuni,
deren  alemannische  Abstammung  durch  sprachliche  Untersuchungen
            
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