Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

589

Gräbern  gleich  und  inhaltsleer  wie  sie  war.  Der  Unterschied
bei  Entdeckung-  solcher  Ziegelgräber  ist  leicht  zu  machen,  da
Leichenbrand  und  die  bekannten  Beigaben  bestimmte  Kennzeichen
von  Römergräbern  sind  und  auch  denen  der  untersten  Volksclasse
  Beigaben  nicht  abgehen.'  Wenn  übrigens  germanische
Gräber  allenthalben  seltener  als  keltische  und  römische  bekannt
werden,  so  erklärt  sich  diese  Erscheinung  durch  ihre  Inhaltslosfckeit,
  zufolge  welcher  die  Landleute  sie  unbeachtet  lassen
  und  keine  Anzeige  davon  machen.  Sie  erklärt  sich  aber
auch  noch  durch  die  Anlage  der  neuesten  Friedhöfe  auf  derselben ­
  Stätte,  wo  bei  Einführung  des  Christenthums  die  ältesten
christlich-germanischen  angebracht  waren.  Der  Altenhurger  Friedhof ­
  in  Tirol  liefert  einen  neuen  Beleg  zu  dieser  Annahme,  denn
die  obengedachten  germanischen  Ziegelgräber,  über  zwanzig  an
der  Zahl  und  darunter  ein  Doppelgrab  (Mann  und  Frau),  befanden ­
  sich  theils  auf  dem  jetzigen  Friedhof,  theils  etwas  wenig
darüber  hinaus.  Der  Name  Altenburg  lässt  den  ursprünglichen
Bestand  einer  Longobardenburg  auf  dem  Berge  vermuthen,  wo
jetzt  bloss  ein  Weiler  mit  der  Kirche  und  dem  Friedhof.
Es  möffe  mir  am  Schlüsse  dieser,  Tirols  Geschichte  und
Alterthumskunde  betreffenden  Abhandlung  vergönnt  sein,  die  k.
Akademie  der  Wissenschaften  auf  den  gefährdeten  Zustand  unserer ­
  Muttersprache  im  Etschlande  aufmerksam  machen  zu  dürfen.
Dort  hatte  schon  i.  J.  1845  das  Vordringen  des  wälschen  Elements ­
  eine  Unterdrückung  des  deutschen  herbeigeführt,  von  welcher, ­
  woferne  eine  kräftige  Abhilfe  länger  vermisst  wird,  die
Verwälschung  der  ganzen  Strecke  von  Trient  aufwärts  bis  Meran ­
  und  über  Botzen  hinaus  bis  Brixen  mit  dem  weiteren  Nachtheil ­
  zu  befürchten  ist,  dass  dieser  tirolische  Landestheil,  wenn
er  einst  ganz  italienisirt  sein  wird,  von  Tirol  und  Deutschland
abkömmt  und  zu  Italien  geschlagen  wird.  Dass  wir  vorläufig,
hinsichtlich  der  Kreise  Trient  und  Roveredo  von  dieser  Gefahr,
bedroht  waren,  das  erinnert  das  Jahr  1848.  Der  Hergang  mit
der  Verdrängung  der  deutschen  Sprache  von  der  italienischen,
beruht  auf  der  Ansiedelung  von  Wälsch-Tirolern,  die,  von  den
deutschen  Bauern  zum  Unterrichte  in  der  Seidenzucht  berufen,
ihren  Vortheil.von  Niederlassungen  auf  den  von  ihnen  trockengelegten ­
  Strecken  des  Etschlandes  ersahen  und  daselbst,  sowie
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.