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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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In  Ares-oc  liegt  abermals  ares  vor  und  oc  ist  keine  Endung,
sondern  aus  hoc  verstümmelt.  Dieses  hoc  ist  das  deutsche  ÄoAfhoch),
welches  öfter  am  Namen  hängt,  z.  B.  Berthoh,  Abt  zu  Fulda;  es
verstärkt  nur  die  Bedeutung  des  Stammes,  wie  wir  sagen,  hochberühmt.
  Areshoc  bedeutet  demnach:  berühmter  Kriegsmann  oder
hoher  Held.  Aris  ist  die  Urform,  ares,  eres  sind  spätere  Lautschwächungen. ­
  Dass  obige  Namen  vornehme  Todte  bezeichnen,
möchte  ich  nicht  behaupten;  es  können  einfach  Namen  von  Ziegelbrennern ­
  sein,  wie  das  öfter  vorkömmt  *).
Bewährt  durch  diese  sprachlichen  Zeugnisse,  sind  demnach
die  bezeichneten  Ziegelgräber  des  Etschlandes  für  germanische
und,  näher  bestimmt,  für  longobardische  zu  halten.  Die  Frage,
wie  die  Deutschen  zu  Legionsziegeln  kamen,  beantwortet  sich
leicht.  Sie  fanden  solche  zum  Lagerbau  upd  anderem  Gebrauche
verwendeten  Ziegel  in  grosser  Menge  vor  und  ahmten  sie  nach.
Aber  auch  den  Gräberbau  von  solchen  Ziegeln  lernten  sie  von
den  Römern,  deren  Soldaten,  namentlich  deren  militcs  gregarii,
sich  der  Legionsziegel  zu  Gräberbauten  bedienten  a ).  Man  wird
demnach  bei  Entdeckung  solcher  Ziegelgräber  Rücksicht  auf  das
Vorkommen  derselben  bei  Römern  und  bei  Germanen  nehmen
müssen.  Von  jenen  grub  man  unlängst  zwei  in  Laibach  auf,
worin  sich  ,  ausser  dem  Sarg  mit  der  Asche,  von  Beigaben  eine
Opferschale,  Thränengläser,  Münzen  u.  d.  gl.  befanden;  ein  drittes
römisches  entdeckte  man,  wie  ich  in  Gratz  hörte,  auf  den  Leibnitzer
  Feldern  in  Steiermark.  Dagegen  ward  in  Cilly  ein  germanisches ­
  Ziegelgrab  gefunden,  welches  ganz  den  tirolischen

1 )  Herr  Dr.  Roth  eifert  3ehr  für  die  Schreibweise  Langbärte  statt  Longoharden
  und  wohl  mit  Recht,  nachdem  die  urkundlichen  Formen  Lancpartolant,
  Langbart,  so  wie  der  Umstand  darauf  hinweisen,  dass  der  Name
dieses  Volkes  von  den  üblich  gewesenen  langen  Bärten  entlehnt  ist.  Wer
inzwischen  der  angenommenen  Schreibweise  Longobarden  folgt,  fehlt
nicht  sehr,  weil  auch  sie  ein  langes  Alter  für  sich  hat,  und  der  Mittelweg ­
  Langbarden  zu  schreiben,  auch  nur  eine  halbe  Emendation  ist.  Dagegen ­
  sollte  durchgehends  Markmannen  für  Marcomannen  geschrieben
werden.
2 )  Grabinäler  solcher  gemeiner  Soldaten,  aus  Ziegeln  aufgebaut  finden  sich
in  Fuchs  Geschichte  von  Mainz,  bei  Hanselmann:  Wie  weit  der
Römer  Macht  vorgedrungen  u.  s.  w.,  und  in  Schöpflin’s  Alsatia  abgebildef.
            
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