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der k. Akademie der Wissenschaften im Mittelpuncte des Reiches,
dürfte die ausführliche Rücksprache über den aufgegriffenen bloss
scheinbar geringfügigen Stoff zur Genüge rechtfertigen.
Zur Alterthumskunde Tirols habe ich noch die Entdeckung
von Gräbern einer bisher unbekannten Beschaffenheit nachzutragen.
An beiden Ufern der Etsch, von Botzen und Kaltem abwärts
bis Salurn, finden sich einzelne Gräber, deren Särge aus
Ziegeln, von der Grösse und dem Aussehen römischer Legionsziegel,
zusammengesetzt sind. In Altenburg, einem’ Weiler auf
der Höhe, stiess man bei Erweiterung des Friedhofes selbst
auf einen ganzen älteren, aus solchen Ziegelgräbern bestehenden
Friedhof. Dort hatten die nun grösstentheils vermauerten Ziegeln,
von denen ich inzwischen doch noch 6 Stück dem Ferdinandeum
in Innsbruck einliefern konnte, die Länge von 1 Schuh
8 Zoll, eine Breite von 1 Schuh 3 Zoll, und die Dicke eines
Zolles. Ihre Form ist, wie die der historischen Classe mitgegetheilte
Abbildung überzeugend dargethan haben wird, ganz die
der Legionsziegel, doch trug von denen zu Altenburg bloss einer
zwei Zeilen Schrift, aber gerade dieser einzige, von dem Aufschluss
verhofft werden konnte, war zerschlagen und vermauert
worden. Die von diesen Ziegeln gebauten Särge zeigten keine
Mörtelverbindung, weil diese unnöthig war, indem die Eckausschnitte
und Falze der Ziegel ein festes Aneinanderschliessen derselben
ohne Verbindungsmittel bewirkten. Von solchen Ziegelgehäusen
umschlossen fand man überall die Skelette auffallend
gut erhalten, doch bei keinem einzigen Beigaben. Davon machten
jedoch zwei in der Nähe von Eppan entdeckte derartige Gräber
eine Ausnahme. Sie hatten von Beigaben ein Schwert, eine
Lanzenspitze und einen Sporn.
Nichts lag näher, als von der Ziegelform dieser Gräber
auf ihren römischen Ursprung zu schliessen; allein der Abgang
aller anderen Beigaben, als Waffen, und der überall vermisste Leichenbrand,
wodurch sich die christliche Beerdigungsweise deutlich
zu erkennen gab, bildeten Gegenanzeigen, die mit den Merkmalen
römischer Leichenbestattung nicht in Einklang zu bringen
waren. Dagegen ergab der Befund der Tirolergräber eine Uebereinstinimung
mit germanischen (deren Kennzeichen der Ziegelbau.
die Leichenbeisetzung ohne Verbrennung und der Abgang