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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Wenn  inan  daraus  sieh!,  durch  was  für  Leute  und  Mittel
das  Bekehrungswerk  der  armen  Morisken  betrieben  wurde,  so
gibt  auch  unser  Chronist  im  folgenden  Capitel  (XLIX)  zu  verstehen, ­
  dass  selbst  ihren  christlichen  Herrn  schlecht  damit  gedient ­
  war.  Denn  er  erzählt  darin  —  freilich  das  wahre  Verhältniss
unter  possenhaftem  Spott  verhüllend  —,  wie  zur  selben  Zeit  (1526)
als  der  Kaiser  und  die  Kaiserin  in  Granada  sich  aufhielten,  zwei
Regidorcn  von  AIcalä-la-Real.  im  Königreich  Granada,  zum  Kaiser
gesandt  wurden,  um  ihm  die  Noth  (er  macht  dabei  ein  frostiges
Wortspiel  mit:  la  necesidad  y  necedad)  vorzustellen,  in  welcher
diese  Stadt  sich  befand,  und  „wie  sie  in  solch  grosse  Noth  gekommen ­
  sei,  nachdem  zur  üblen  Stunde  und  um  ihrer  Sünden
willen  die  Christen  das  Königreich  Granada  erobert  haben  (como
tiene  muy  grande  necesidad  aquella  ciudad  despues  que  nora  mala
por  nuestros  pecados  los  cristianos  tomaron  al  reino  de  Granada.—
Vgl.  über  die  wahren  Ursachen  dieser  Beschwerden:  Sandöval,
Lib.  XIV.  §.  18;  —  und  des  Grafen  Alfred  de  Circourt
treffliche:  Histoire  des  Mores  Mudejares  et  des  Morisques.
Paris  1846  8”,  Tome  II,  p.  217—223).'’  —
Mehr  am  Platz  sind  die  Possen  unseres  Narren  über  die
um  dieselbe  Zeit  vollzogene  Vermählung  der  „runden  Königin
Germaine”  (la  redonda  reina  Germana)  mit  ihrem  dritten  Gemahl
dem  Herzog  von  Calabrien  Don  Fernando  de  Aragon;  wobei  er,
diesmal  wohl  aus  Bosheit,  wieder  einen  chronologischen  Schnitzer ­
  macht,  indem  er  die  bekanntlich  schon  am  18.  Mai  und
noch  in  Sevilla  stattgefundene  Vermählung  auf  den  Juli  und  nach
Granada  verlegt,  um  die  Flitterwochen  des  wohlbeleibten  Paares
mit  dem  am  4.  Juli  Granada  erschütternden  Erdbeben  in  Verbindung ­
  zu  bringen  (vgl.  San  d6  v  al,  Lib.  XIV.  §.  18  und  19).
Auch  lässt  er  es  an  den  unanständigsten  Vergleichen  der  hohen
Neuvermählten  nicht  fehlen  (z.  B.  este  duque  parecia  mondejo
de  toro  viejo,  y  la  reina  parecia  nalgas  del  obispo  de  Zamora  etc.).
Noch  in  Granada  erhielt  der  Kaiser  die  Nachricht  von
dem  unglücklichen  Ausgang  der  Schlacht  bei  Mohäcz.  Aber
auch  bei  dieser  Gelegenheit  weiss  unser  Narr  eine  possenhafte
Anekdote  anzubringen.  Der  Kaiser  sei  nämlich  des  andern  Tages ­
  nach  erhaltener  Nachricht  von  dem  Tode  des  Königs  Ludwig ­
  von  Ungern  sehr  niedergeschlagen  und  ganz  in  tiefe  Trauer
            
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