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In den Stipulationen dieser Urkunde liegt der factische Beweis
vor, dass Trient in den vorigen Jahrhunderten nicht das geringste
Verlangen einer Vereinigung mit Italien hegte, sondern
fest gegen die diessfalls von Rom ausgegangenen Anmuthungen sich
verwahrte. Wenn in unsern Tagen solche Wünsche laut wurden
und bis zu beklagenswerten Verirrungen sich steigerten, so kann
man ohne Verstoss gegen die historische Treue, dieses Verlangen
nicht, wie gezeigt, auf frühere Zeiten zurückdatiren, noch, nachdem
es gar nicht bestand, der österreichischen Politik ein Widerstreben
gegen dasselbe zur Last legen. Heutzutage ist dieses Verlangen
durch den die Köpfe erhitzenden Wahn: die Tridentiner
seien die Stammväter der aus den Alpen nach Italien gewanderten
Etrusker, künstlich hervorgebracht, und nebstdem ist dieses Verlangen
durch die Behauptung gesteigert, dass jene südlichen Landestheile
von jeher zu Italien gehört haben. Damit steht die seit
langem planmässig betriebene und vollständig gelungene Verdrängung
des deutschen Elements in Verbindung.
Andere aus geschichtlicher Grundlage hergeleitete falsche
Behauptungen der neuesten tirolisclien Geschichtschreibung werden
auf dem nämlichen Wege zurückzuweisen sein. Man gibt vor,
Tirols Verbindung mit Oesterreich habe zur Entfremdung dieses
Landes von Deutschland geführt, weil Oesterreich schon zur Regierungszeit
der Kaiserin Maria Theresia eine Trennungspolitik
von Deutschland einschlug. Hören wir, womit diese Behauptung
geschichtlich zu begründen versucht wird: Erstlich wieder mit
Maximilian I. dessen beispiellose Erwerbungen, heisst es, ihm eine
Ausnahmsstellung gegenüber allen deutschen Staaten und eine
selbstständige Politik aufdrangen. Dann durch die pragmatische
Sanction, die ursprünglich dynastische Rücksicht war, bald hernach
aber Staatsrücksicht wurde. Ferner durch die Wahl des
Kurfürsten Carl Albert zum deutschen Kaiser, wodurch Oesterreich
zum ersten Male diesem und dem Reiche feindlich gegenüber
stand. Damals, wird behauptet, musste das Wiener Cabinet
auf den Gedanken kommen, das ganze mixtum compositum des
österreichischen Staatencomplexes zu einem für sich bestehenden
Ganzen enger zu verbinden und von Deutschland s eitw T ärts zu
stellen, um diese Länder für alle Fälle zur unbedingt
eigenen Disposition sich vorzu behalten. Dadurch wurde