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Periode sowohl angestrebt als erreicht worden war, da sie eben so
wenig dem „armen Conrad als dem reichen Adel" Concessionen
machten, während der erste in Tirol herrschende Habsburger,
Rudolph IV., als ein anderer Joseph II.bekannt ist, in Friedrich IV.
ein grosser Volksfreund erwachsen war, und endlich Kaiser Max 1.
es war, der jener beklagten Vielherrschaft fehdesüchtiger Dynasten
ein Ende zu machen und verbürgte Rechtszustände herzustellen
verstand.
Was jeden Tiroler zu Dank gegen die Dynastie Habsburg
verpflichten muss, die allein von ihrer Gunst herrührende Territorialvergrösserung,
wodurch Tirol seinen dermaligen Umfang
erhielt, kann nicht Gegenstand einer auf unbeschränktes Gewaltstreben
gerichteten Anklage sein, oder dafür als Beweismittel gebraucht
werden. Tirol erwarb durch die Machtfülle seiner selbstständigen
Regenten nichts; aber die Habsburger brachten ihm
Gebiete zu, wodurch es fast um zwei Drittheile grösser wurde, als
es zur Zeit der österreichischen Erwerbung war. Sie vereinigten
die Vorlande mit Tirol, sie erwarben ihm die Gerichte Rattenburg,
Kufstein und Kitzbühel, sie vergrösserten es mit dem von Kärnthen
■zu seinen Gunsten abgerissenen Pusterthal, und mit Roveredo und
den vier Vicariaten. Nicht minder günstig erwies sich die neue
Dynastie diesem Lande. Sie vereinigte die ansehnlichen Gebiete
der secularisirten Bisthümer Trient und Botzen, und Parzellen von
Salzburg mit demselben. Es ist nicht wahrscheinlich, dass die
Tiroler-Grafen, hätten sie fortgeblüht, diese Erwerbungen zu
machen fähig gewesen wären, auch von dem Hause Habsburg wären
sie vielleicht nicht alle gekommen, wenn es nicht seit 4(MI Jahren
die deutsche Kaiserwürde behauptet hätte. Es ist also für Tirol
kein Nachthei! sondern ein grosser Vortheil, dass es sich dem mächtigsten
Nachbar verband, zumal die Behauptung seiner Selbstständigkeit
während der zu Anfang des 16. Jahrhunderts hereingebrochenen
und bis in unsere Tage gewährten Stürme und gewaltsamen
Staatsveränderungen, wenig wahrscheinlich ist. Ein
Schweizer-Canton zu werden , oder eine baierische Eroberung,
siand mehr als einmal bevor. Selbst die politische Bedeutung, zu
der Tirol im Befreiungskriege sich erschwang, und den für seine
heldenmüthige Widerstandsbeharrlichkeit geernteten Ruhm, dankt
es eben nur der Verbindung mit Oesterreich und seiner ächtdeut-