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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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dalsyslems  ihre  Macht  ein,  allein  diesen  Sturz  hat  nicht  Kaiser
Max  sondern  die  regenerirende  Zeit  herbeigeführt;  doch  dankt
Tirol  die  kräftige  Aufrechthaltung  des  Landfriedens  und  das  Ende
der  Adelsfebden  und  Räubereien  ohne  Zweifel  dem  von  der  Kaiserkrone ­
  ausgegangenen  -Nimbus”.  Welch  schweren  Stand  der
Graf  von  Tirol  mit  seinen  meuterischen  Vasallen  hatte,  wissen
wir  aus  der  Geschichte  Friedrichs  mit  der  leeren  Tasche.  Seitdem
aber  der  Graf  von  Tirol  zum  höchsten  Herrn  in  Deutschland  sich
emporgeschwungen  hatte,  endete  die  Feudalanarchie  von  selbst;
ein  den  Landesinteressen  doch  wohl  nur  günstiges  Ereigniss.
Tirol  erhielt  die  ständische  Verfassung  nicht  unter  der  selbstständigen ­
  Regierung,  nicht  wieHormayr  anpreist  i.  J.  1333,
sondern  später  von  den  Habsburgem.  War  das  Staatsleben  jener
Periode  wirklich  ein  -naturwüchsiges  Gebilde”,  so  musste  es  zu
einer  Volksvertretung  frühzeitig  führen.  Allein  in  der  Feudalverfassung ­
  lagen  keine  solchen  Keime,  und  dass  sie  Tirols  selbstständige ­
  Regenten  weder  selbst  hineinlegten  noch  Zugaben,  dass  Andere ­
  sie  pflanzten,  sagt  uns  Herr  Kink  selbst  mit  folgenden
Worten:  „Das  erwachende  Selbstbewusstsein  der  einzelnen  Stände
-hat  Markgraf  Ludwig  von  Brandenburg,  als  er  nach  Tirol  kam,'
-nicht  geschaffen,  sondern  vorgefunden,  und  sein  constantes  Be--streben
  ging  nicht  dabin  dieses  Prinzip  noch  mehr  zu  entwickeln,
-sondern  es  zu  dämmen  und  die  sogenannte  Landesordnung  die  er
-gab,  beweist  mehr  als  genug,  dass  er  dem  armen  Konrad  (der
-untern  Volksclasse)  so  wenig  Zugeständnisse  machte,  als  dem
-reichen  Landadel”.  Herr  Kink  versichert  uns  auch  an  einem
anderen  Orte,  dass  zu  Ende  des  13.  Jahrhunderts  politisches  Bewusstsein ­
  bei  keinem  Stande  erwacht  war,  dass  zu  Anfang  dieses
Zeitraums  die  Thaler  Tirols  dreissig  verschiedenen  Herren  gehorchten, ­
  und  -höhere  Regierungszwecke,  Sorgfalt  für  die  saJus
-publica,  der  innern  Politik  jener  Zeit  beilegen  wollen,  nur  hiesse,
-Grundsätze  einer  erleuchteten  Zeit  und  Staatskunst  auf  eine  Peri--ode
  zurückdatiren.  in  welcher  es  nur  Interessen  der  Einzelnen
-gab,  mochten  diese  Bauern  oder  Fürsten  sein.”
Y\  er  sähe  nicht,  dass  sich  diese  wahrheitsgemässe  Darstellung
mit  der  Aussage  von  der  im  Zeitalter  Max  I.  eingetretenen  Reaction
  nicht  in  Einklang  bringen  lässt,  da  das  Ziel  nach  absoluter
Gewalt  schon  von  den  selbstständigen  Regentender  vorhergehenden
            
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