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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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an  einem  nicht  angegebenen  Orte  in  Oberitalien,  also  im  cisalpinischen
  Gallien  und  von  Sertorio  Ursato,  dem  Herausgeber  der
i.  J.  1652  erschienenen  Monumenta  Patavina,  nach  Berathung  mit
andern  italienischen  Gelehrten,  für  kelto-gallisch  erkannt.  Da  man
die  italienischen  Antiquare  gewiss  nicht  der  Keltomanie  zeihen
kann,  und  die  angeführten  Merkmale  den  keltischen  Ursprung
dieses  Denkmals  überzeugend  begründen,  so  ist  die  Benützung
seiner  Inschrift  zur  Vergleichung  der  angeblich  etruskischen  von
Matrei  und  Cembra  gewiss  hinlänglich  gerechtfertigt.  Seine  Aechtheit
  beweisst  die  Aufnahme  in  Maflei’s  Museum  Veronense,  wo
besonders  die  Biga  gut  abgebildet  ist,  und  bei  Lanzi  und  Furlanetto
ohne  Biga  *).
Das  besondere  Gewicht,  welches  Giovannelli  auf  den  Diskusfund ­
  der  Matreier-Antiquitäten  nicht  mit  Unrecht  legt,  weil  die
Etrusker  solche  Scheiben  mit  mythologischen  Vorstellungen  ihren
Verstorbenen  in  das  Grab  mitgaben,  erfährt  durch  die  Ausgrabungen ­
  keltischer  Alterthümer  zu  Hallstatt  in  Oberösterreich
grossen  Abbruch.  In  der  über  diese  schönen  Funde  von  Herrn
Professor  Gaisberger  erschienenen  Schrift:  Die  Gräber  bei
Hallstatt,  Linzl84S,  wird  derMatreier-Diskus  (7.  TafelNr.3),
doch  ohne  Vorstellungen  des  dort  dargestellten  Leichenzuges,  aber
mit  Thierfigürchen  verziert,  wiedergefunden.  Da  er  hier  aus  keltischen ­
  Gräbern  genommen  ist,  so  erhellt,  dass  diese  Beigabe  nicht
den  Etruskern  allein  zukömmt,  sondern  auch  den  Kelten.  Aber
auch  zu  dem  in  Cembra  gefundenen  Kupferkessel  lieferte  Hallstatt
zwei  Seitenstücke.  Es  fehlt  ihnen  aber  die  Schrift,  die  jener  hat.
Zu  dieser  Einerleiheit  der  Gebrauchsgegenstände  gesellt  sich  ein
den  etruskischen  Ursprung  der  Matreier-Funde  noch  mehr  verdächtigender ­
  Umstand,  ln  der  Entfernung  von  zwei  Schuh  von  der
Stelle,  wo  man  sie  entdeckte,  grub  man  zwei  Streitmeissei  (Celte)
aus.  Dieses  Werkzeug  ist  den  Etruskern  fremd,  und  ausschliessend
  den  Kelten  eiffen.  Man  findet  den  Streitmeissei  im  Museo

A )  Maffei  M.  V.  Tavola  III.  n.  I.  Lanzi,  Saggio  di  Lingua  etrusca.  Roma  1789.
T.  11.  p.  653.  Furlanetto,  Le  antiche  lapidi  Patavine  illustrate.  Padova
18^7.  Tav.  LXXVIII.  Bei  Furlanetto  ist  übrigens  auch  die  ganze  Literatur
über  dieses  Denkmal  zusammengestellt.
            
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