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Etrusche, scopertepresso Matrei nel maggio 18£5, Trento 1845,
8° Schrift und Vorstellungen dieser Antiquitäten für etruskisch
erklärt. Inzwischen hat eine von mir angestellte Vergleichung der
angeblich etruskischen Matreier-Inschriften mit der in den Monumentis
Patavinis enthaltenen kelto-gallischen Biga-Inschrift eine
(der hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften in einer
Vorlage der Copien dieser Inschriften nachgewiesene) Gleichförmigkeit
der Schriftzüge dargethan, die zu dem Ausspruche
berechtigt, dass der etruskische Charakter der Cembraer und Matreier-Schrift
so lange für zweifelhaft zu betrachten sein wird, bis
es gelingt etruskische Schrift zu lesen und durch den Inhalt zum
richtigen Verständnisse ihres Ursprungs zu kommen. Weil aber
auch der Beweis zu führen ist, dass die Inschrift der Monumenta
Patavina wirklich nicht etruskisch sondern kelto-gallisch ist, so
bemerke ich, dass über ihr die gallische Biga mit dem kampfgerüsteten
Streiter angebracht ist, ein ausgemacht verlässliches
Merkmal vom Charakter der Inschrift. Die Biga, keltisch essedum
und der Streiter auf ihr essedarius, Ausdrücke welche in die lateinische
Sprache übergingen, war den Galliern eigenthiimlich.
Diodor von Sicilien (V. 19.) sagt darüber : „Die Gallier bedienen
„sich auf Reisen und im Kriege zweirädriger Wagen, auf denen
„der Streiter neben dem Wagenlenker steht. Stossen sie im Kampfe
„auf feindliche Reiter, so s&hleudern sie die Spiesse in sie; dann
„steigen sie ab und kämpfen mit dem Schwert.” In der Schilderung
der Schlacht von Sentium im dritten samnitischen Kriege
bei Livius X. 28., verbreitet der den Römern unbekannte Kampf
der Gallier auf diesen Streitwagen Schrecken und Verwirrung im
Heere. Bei Polybius finden wir die Zahl der gallischen Reiter und
Streitwagenkämpfer (Essedarii) im Kriege gegen die Römer auf
20000 angesetzt. Julius Caesar wird an seiner Ueberfahrt nach
Brittanien von einer Vorhut Essedarier verhindert (L. IV. 24 de
hello gallico). Bei dem Ueberfall, den demnächst die siebente Legion
von den Britten erleidet, beschreibt er (IV. 33) den Streitwagenkampf
sehr umständlich und ganz so, wie in der Hauptsache
Diodor von Sicilien ihn darstellt. Auf der Biga der patavinischen
Inschrift erscheint überdiess noch der Streiter mit einem Schilde,
dessen Abzeichen mit denen Übereinkommen, welche Diodor von
den gallischen Schilden augibt. Gefunden wurde diese Inschrift