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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Herr  Kink  beruft  sieb,  doch  ohne  dieses  Denkmal  zu  nennen,
auch  darauf,  da  er  S.  24  seiner  Geschichte  sagt:  „Zuerst  wurden
„schon  i.  J.  1707  beim  Zollhause  zu  Mauls  etruskische  Alter-„thümer
  ausgegraben,  blieben  aber  wenig  beachtet.”
Natürlich  fällt  diese  Zeugeprobe  etruskischer  Alterthümer
als  lächerlich  nichtig  weg,  da  Jedermann  weiss,  dass  das  Maulsermonument
  römisch  ist.  Hormayr  mystificirt  uns  nebstdem  auch
mit  römischen  Denkmälern  die  keine  sind.  Er  sagt  S.  105
seiner  tirolischen  Geschichte:  „An  eben  der  Stelle,  wo
„wahrscheinlich  Raetiens  Schicksal  entschieden  wurde,  bei  Botzen
„und  Gries,  legte  Drusus  eine  Brückenschanze  und  einen  festen
„Thurm  mit  einem  Vorwerk  an.  Bis  in  unsere  Tage  haben  sie
„die  Namen  Pons  und  Turris  Drusi  und  Praesidium  Tiberii  behalten.” ­
  Einervon  mir  i.  J.  1845  vorgenommenen  genauen  Untersuchung ­
  zu  Folge  sind  Turris  Drusi  (unter  dem  Namen  der  gescheibte
  Thurm  bekannt  und  seiner  Rundform  wegen  so  genannt)
und  Praesidium  Tiberii,  ein  schwerer  viereckiger  Thurm,  nicht
römische  sondern  mittelalterliche  Bauüberreste  J )  Pons  Drusi,
bei  der  Unternehmung  des  Drusus  gegen  die  Alpenvölker  Uebergangspunct
  vom  rechten  auf  das  linke  Etschufer,  besteht  in  der
Wirklichkeit  gar  nicht,  sondern  bloss  auf  der  Peutingerischen  Tafel.
Ganz  anders  verhält  es  sich  mit  einem  i.  J.  1825  in  Cembra
gefundenen  mit  einer  Inschrift  versehenen  Kessel  von  Kupfer  und
mit  den  i.  J.  1845  bei  Matrei  entdeckten  Alterthümern,  unter
denen  ein  Diskus  von  Bronze  mit  der  Vorstellung  eines  Leichenzuges ­
  und  mit  Thierfiguren,  dann  eine  Zeile  Inschrift  auf  dem
Bruchstück  eines  Gefasses  die  vorzüglichsten  sind.  Mit  guten  Gründen
hat  Graf  Giovannelli  in  seiner  Abhandlung  Le  antichitd  Ilczio-*)

  Den  Nachweis  vom  mittelalterlichen  Ursprung  dieser  Thürme  habe  ich
in  der  Schrift:  „Beiträge  7.ur  Geschichte  der  Stadt  Botzen,  Innsbruck
1846”  geliefert.  Daraus  schöpfte  seitdem  auch  Herr  Beda  Weber
die  richtige  jedoch  in  seinem  Buche  :  „Die  Stadt  Botzen  und  ihre  Umgebungen, ­
  Botzen  1849”  irrig  als  Ergebniss  seiner  Untersuchungen  angegebene ­
  Ansicht.  Was  er  dort  vom  übertünchten  Kalkanwurf  dieser
Bauwerke  bemerkt,  beweist,  dass  seine  angebliche  Untersuchung  den
ursprünglichen  Anwurf  und  eine  spätere  Blörtelnachhesserung  (nicht
Ueberklechsiing)  nicht  ermittelte  und  unterschied.
            
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