Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

5C8

namen  beweisen,  dass  Roschmann,  der  die  Keltenausbreilung  über
ganz  Tirol  ebenfalls  auf  die  Ortsnamen  stützte,  von  Herrn  Kink
nicht  „ad  absurdum”  geführt  werden  könne.  Bedarf  es  übrigens
eines  Nachweises  der  Keltensitze  in  Tirol  aus  Eigennamen,  nachdem ­
  die  Thatsache  ihrer  Einwanderung  seit  dem  Jahre  390  vor
Chr.  feststeht,  oder  könnten  wir,  ohne  in  ein  wahrhaftiges  Absurdum ­
  zu  gerathen,  annehmen,  die  Kelten  werden  von  der  unterjochten ­
  raetiscli-tuskischen  Bevölkerung,  über  deren  Leichen  sie  bei
der  Eroberung  dieses  Landes  hinwegschritten,  —  per  strages  barbarorum—Gebote ­
  empfangen  haben,  wo  sie  sich  niederlassen  dürfen, ­
  wo  nicht?  Hören  wir,  was  Ottfried  Müller  über  das  Verhältniss
  der  tuskiselien  Bevölkerung  Italiens  zu  ihren  Gebietern  den
Kelten  sagt:  „Dass,  sagt  er,  viele  Tusker  unter  den  Kelten  als  freie
„Leute  sitzen  geblieben  wären,  ist  sehr  unwahrscheinlich.  Die  Kelten
„waren  sich  selbst  zahlreich  genug,  und  wollten  das  Land  nicht
„beherrschen,  sondern  besitzen.  Auch  findet  sich  so  gut  wie  nichts
„von  tuskisch  beschriebenen  Grabsteinen  uud  andern  Denkmälern
im  Paduslande”.  Gilt  diess  von  den  Etruskern  der  Ebene,  wie  sie
gross,  verbunden  und  zahlreich  waren,  so  wird  es  von  der  dünnen
Schichte  tuskiselien  Stammes  im  Gebirg  um  so  gewisser  gelten.
Was  beweist  aber,  wenn  es  noch  eines  Beweises  bedarf,  die  Kelteuausbreitung
  über  ganz  Tirol  handgreiflicher,  als  die  dort  aus
allen  Gegenden  eingebrachten  antiquarischen  Funde,  denen  die  im
Ferdinandeum  zu  Innsbruck  aufbewahrten  etruskischen  an  Zahl
bei  weitem  nachstehen.
Wir  gelangen  nunmehr  zu  den  von  den  Etruskomanen  heigehrachten
  Beweisen  aus  der  Alterthumskunde,  und  haben  zunächst
anzuführen,  was  für  etruskisch  ausgegeben  wird  und  es  nicht  ist.
Hormayr  (Geschichte  Tirols  1.  Band)  führt  „unter  den
„Denkmälern  tuskischer  Kunst,  tuskischen  Cultus  und
„öffentlicher  Anstalten”  das  i.  J.  179T  am  Zollhause  zu  Mauls
ausgegrabene  Mithrasdenkmal,  seitdem  im  Besitz  des  k.  k.  Münzuud
  Antikencabinets  in  Wien,  an,  welches,  obgleich  er  es  irrig  mit
römischer  Inschrift  versehen  sein  lässt,  ihm  doch  tuskisch  ist.  *)
*1  S.  Arneth  Beschreibung  der  zum  k.  k.  Münz  -  und  Antiken-Cabinete
gehörigen  Statuen,  Büsten,  Reliefs  etc.  Wien  1850.  Hormayr’s  Behauptung ­
  ,  dass  dieses  Denkmal  eine  ,,rein  römische  Inschrift”  an  sieb
trägt,  ist  falsch.  F.s  bat  gar  keine  Inschrift,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.