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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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mit  Trogus  genau  übereinstimmende  Erzählung  jener  Begebenheit
kann  nicht  aus  ihm  genommen  sein,  weil  die  Gestaunterden  von  den
Galliern  gegründeten  Städten  auch  das  bei  ihm  weggelassene  Ariniinum
  anführen.  Diese  Auslassung,  die  wie  begreiflich  kein  Fehler
ist,  verbürgt  uns  des  Trogus  richtige  Angabe  der  übrigen  von  den
Galliern  zum  Th  eil  erbauten,  zum  Theil  den  Etruskern  abgenommenen ­
  Städte,  denn  urbem  conder.e  darf  nicht  im  Sinne  einer  völlig
neuen  Anlage  sämmtliclier  angeführten  Städte,  sondern  bloss  im
Sinne  der  Besitznahme  einiger,  und  der  Erbauung  änderet'  verstanden ­
  werden;  Tridentum  und  Comum  z.  B.  werden  umbrischeuganäische
  Gründungen  gewesen  sein,  Mediolanum  dagegen  ist
zuverlässig  ein  Werk  der.  Gallier,  weil  es  bei  den  Santonen  und  bei
den  Aulerkern  in  Gallien,  dann  noch  bei  den  Ordoviken  in  Brittanien
  wiedergefunden  wird  4 ).  Was  hier  von  diesen  angeblich  gallischen ­
  Städtegründungen  gesagt  ist,  gilt  auch  von  jenen  Städten,
welche  den  Etruskern  in  Italien  beigemessen  werden.  Viele  derselben ­
  sind  nicht  von  ihnen,  sondern  von  den  altitalischen  Völkern  erbaut, ­
  denen  sie  selbe  entrissen  hatten  2).
Livius  (V.  33.)  erzählt,  dass  die  Gallier,  nachdem  sie  die
Etrusker  geschlagen  hatten,  vernahmen,  das  eroberte  Land,  in  dem
sie  sich  niederliessen,  heisse  das  Land  der  Insubrer,  worauf  sie,  weil
ein  ebenso  benannter  Gau  bei  den  Aeduern  bestand,  in  diesem  Zusammentreffen ­
  der  Namen  eine  Vorbedeutung  erkennend  ,  Mediolanum ­
  daselbst  erbauten.  Enthält  diese  Angabe  nicht  den  klaren  Beweis, ­
  dass  die  mit  dem  Uebernamen  Aborigener  bezeichneten  altitalischen ­
  Völker  zum  Theil  keltischer  Abstammung  waren?  Nannten
aber  die  Etrusker  den  Landstrich  um  Mailand  Insubrien,  so  wird
man  bei  ihnen  die  keltische  Abkunft  (von  der  ich  lange  schon  überzeugt ­
  bin)  wahrnehmen  müssen  3 ).
Wenn  man,  um  die  Ausbreitung  des  tuskischen  Elements,  vom
Gotthard  bis  zu  den  Salzburger  Tauern,  zu  bevyeisen,  den  Namen
*)  MsSiokävcov  bei  Ptoleinaeus.
2 )  Hieraus  möge  man  auf  die  Unverlässlichkeit  der  Deutung  tirolischer  Ortsnamen ­
  aus  etruskischen  schliessen.
*)  Umbrer,  vor  der  Etrusker-Herrschaft  in  Oberitalien  am  untern  und  obern
Padus  gesessen,  dürften  den  Landstrich  um  Mailand  Insubrien  geheissen
haben.  Wäre  es  so,  dann  fänden  sich  die  Angaben,  von  ihrem  keltischen
Ursprung  bestätigt.
            
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