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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

Majestät  zu  wissen,  dass  der  Kaiser,  unser  Herr,  die  Absicht
hat,  in  die  Türkei  einzufallen  um  den  heiligen  katholischen
Glauben  zu  schützen,  und  damit  die  Mauren  unser  nicht  eher
gewahr  werden  und  unsere  Leute  schnell  übersetzen  können,
ist  es  ausgemacht,  dassich  die  Stelle  der  Meerenge  von  Gibraltar ­
  einzunehmen  habe  (que  yo  sea  estrecho  de  Gibraltar)”.  —
Worauf  die  Infantin  mit  vieler  Artigkeit  geantwortet  habe:  „Erzbischof, ­
  danket  Gott,  dass  er  Euch  nicht  so  dünn  an  Verstand
wie  an  Körper  gemacht  hat  (Ar^obispo,  dad  gracias  ä  Dios,
que  naun  vos  fez  tan  estreito  de  razoes  como  de  corpo)”.
Was  er  aber  dabei  von  dem  Grafen  von  Aguilar  erzählt,  scheint
doch  mehr  als  Scherz  zu  sein  und  ist  desshalb  erwähnenswerth.
Er  sagt  nämlich  ganz  ernsthaft:  „Die  Damen  der  Kaiserin  waren ­
  sehr  kostbar  geschmückt  mit  vielen  erlen  und  Edelsteinen  ;
und  bei  der  allgemeinen  Lustbarkeit  und  dem  grossen  Gedränge
kamen  diesen  Damen  viele  Juwelen  und  Edelsteine  abhanden.
Und  es  entstand  bei  Einigen  der  Verdacht,  dass  der  Graf  von
Aguilar  und  fünf  seiner  Brüder,  die  ihn  zur  Aufwartung  begleitet ­
  hatten,  diese  Juwelen  gestohlen  haben,  denn  sie  waren
eben  damals  lauter  Ritter  Habenichts.  Und  da  diess  später  durch
die  gerichtliche  Untersuchung  und  die  Anwendung  der  Tortur
offenkundig  wurde,  und  sie  den  siebenfachen  Ersatz  nicht  leisten
konnten,  so  wurden  sie  hingerichtet  ‘j”.
Bei  den  Hochzeitsfesten,  die  dann  in  Sevilla  Statt  fanden,
erschien  unser  Chronist  „der  Conde  don  Frances  in  der  Maske
eines  Veinticuatro  (so  hiessen  die  Regidores  in  einigen  andalusischen
  Städten),  angethan  mit  einem  Rocke  von  violettem
Sammt,  gefüttert  mit  orangefarbem  Damast,  und,  setzt  er  sehr
naiv  hinzu,  wenn  es  nach  dem  Wunsche  dieses  Autors  ginge,
so  sollte  man  ihm  in  allen  grossen  oder  kleinen  Städten,  in

!)  Fol.  109  vo.  und  110:  Las  damas  de  la  Emperatriz  iban  l'icamente  ataviadas
  de  muchas  perlas  y  piedras,  y  con  el  regocijo  y  la  mucha  gente  a
estas  damas  les  faltaron  muchas  joyas  y  piedras.  Y  fue  sospecha  de  algunos
  que  el  conde  de  Aguilar,  y  cinco  hermanos  que  con  el  fueron  al
recibimiento,  hurtaron  estas  joyas,  porque  a  la  sazon  eran  Caballeros
menesterosos.  Segun  despues  parecio  por  la  pesquisa  y  tormentos  que
les  dieron,  y  porque  no  tubieron  de  que  pagar  setenas,  fue  hecha  justicia
  dellos.
            
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