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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Uebrigens  ist  mit  dieser  spätern  und  der  von  mir  vermutheten
  früheren  tuskischen  Alpeneinwanderung  nichts  für
die  Behauptung  gewonnen,  dass  die  Urbewohner  Tirols  die  Etrusker ­
  seien.  Diess  desshalb  nicht,  weil  mehrfache  Andeutungen  einer
Colonisation  der  Alpen  von  einem  viel  älteren  Volke,  als
das  tuskische,  gegeben  sind.  Herodot  dehnt  das  Gebiet  der
Umbrer  bis  dicht  unter  die  Alpen  aus,  und  lässt  aus  dem  Lande
über  demselben  die  Flüsse  Karpis  und  Alpis  dem  Ister  Zuströmen. ­
  (Praeterea  ex  regione,  quae  est  supra  Umbricos,  Carpis
et  alius  ad  ventum  aquilonem  Alpis  in  Istrum  exeunt.)  Die  Namen ­
  dieser  beiden  Flüsse,  welche  Einige  für  den  Inn  und  die  Trau,
Andere  für  den  Inn  und  den  Lech  halten,  sind  nicht  griechisch,
sondern  keltisch  und  können  wohl  nur  von  keltischen  Alpenbewohnern ­
  herrühren,  auch  nur  von  ihnen  zur  Kenntniss  der  Griechen ­
  gelangt  sein.  Niebuhr  ist  von  einer  früheren  Bevölkerung
der  Alpen  so  fest  überzeugt,  dass  er  unbedenklich  vor  der
grossen  kelto-gallischen  Einwanderung  im  Jahre  390  v.  Chr.,  Liburner
  in  unser  Noricum,  und  Skordisker  nach  Pannonien  setzt.
Die  Euganäer,  von  Antenor  aus  ihren  Wohnsitzen  am  Busen  des
adriatischen  Meeres  vertrieben,  flohen  vor  länger  als  1100  v.  Chr.
in  die  Alpen,  wo  ihre  Ansiedelungen  noch  jetzt  im  Andenken  der
Menschen  sind.  II  fönte  degli  Euganei,  sagt  Hormayr,  wird  bis
auf  unsere  Zeiten  eine  reiche,  reine  Quelle  in  Valsugana,  d.  i.  Vallis
Euganea,  genannt.  Die  Colonie  der  Euganäer  ging  demnach  der
tuskischen  in  Tirol  lange  voran  und  wird  eine  umbrische  gewesen
sein,  da  Herodot  die  Umbrer  eben  dahin  versetzt,  wohinLivius(I.l.)
die  Euganäer,  beide  Völker  aber  gleich  alt  sind.  Antiquissima  gens
Ituliae,  sagt  Plinius  von  denUmbrern,  und  CatoCensorius:  Aborigenes
proles  Umbrorum.  Von  den  Umbrern  bezeugen  übrigens  Servius,  Aug'ustus,
  Bocclius  und  Isidor  von  Sevilla  die  keltische  Abstammung  i).

*)  Dass  die  Umbrer  Kelten  seien,  wird  bestritten,  doch  bloss  negativ,  wäbrend
  folgende  mehr  oder  minder  gewichtige  positive  Beweise  für  den
keltischen  Ursprung  dieses  Volkes  da  sind:  Solinus.  c.  8,  Bocchus  absolvit,
  Gallorum  veterum  propaginem,  Umbros  esse.  Servius  in
lib.  XII.  Aeneid.  53.  Umbros  Gallorum  veterum  propaginem  esse,  Marcus ­
  Antonius  refert.  Augustus  apud  Scinpronium:  Umbri  prima  proles ­
  veterum  Gallorum.  S.  Isidorus:  Umbri  Ilaliae  gens  est,  sed  Gallorum ­
  veterum  propago  etc.  Die  Leponlier  waren  Umbrer,
            
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