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uiul den Umstand berücksichtigt, dass die Etrusker die geschicktesten
Seefahrer und die verwegensten Seeräuber waren *).
Verwirft man die lydische Wanderung der Etrusker und macht
sie zu Eingebornen Italiens, so wird man ihre Wohnsitze angeben
müssen, was nicht möglich sein dürfte, da ihr erstes Auftreten
in der Geschichte (die Einwanderung in Italien und die Vertreibung
der Umbrer, deren Gebiet sie besetzten) sie nicht als
Eingeborene, sondern als Fremdlinge bezeichnet a ).
Glücklicher vielleicht, und jedenfalls natürlicher, dürfte die
Combination einer Entsendung tuskischer Colonisten nach den
Alpen vor der gallischen Eroberung, in der Zwischenzeit von
Vertreibung der Umbrer bis dahin, sein. Nachdem die Etrusker
im Besitze des grössten Theils von Oberitalien waren, so mochten
sie wohl auchVerlangen tragen, sei’s zur Sicherung ihrer Gränzen,
oder etwa um bequemer Seeräuberei zu treiben, die Alpenabhänge
zu besetzen. Diese Vermuthung gewinnt um so mehr Wahrscheinlichkeit,
als Strabo, übereinstimmend mit Dio Cassius, von
den Räubereien und Grausamkeiten der kleinen raetischen Alpenvölker
umständlich Erwähnung macht. Diese Züge entsprechen
ganz dem tuskischen Charakter. Für obige Annahme spricht
auch das Colonisirungssystem und die Cantonverfassnng der
Etrusker. Damit stimmt endlich die beim gallischen Einbruch
nach den Alpen gerichtete Flucht einer Schaar von Etruskern,
unter der Führung des Raetus, zusammen; denn der Zug der
Flüchtlinge nach den Alpen brachte sie zu Landsleuten. Adoptirt
man also diese sehr wahrscheinliche Combination, so braucht
man Justin’s Angaben nicht zu bezweifeln oder wegzuläugnen.
^Niebuhr, R5m. 6. 3. Auflage, 1. Th. hat S. 113,143 u. 144, aus den
Angaben der Alten die Beweise für diesen Ausspruch zusaramengestellt.
2 ) Das in Umbrien von den Tuskern abgenommene Land erstreckte sich
nach Niebuhr von den Alpen bis Toscana, und bildete den etruskischen
Staat zu der Zeit als die Etrusker am mächtigsten waren. Hätten sie
vor diesem Eroberungszug in den Alpen gesessen, so hätten sie, nachdem
wir sie in Italien sogleich als ein dergestalt zahlreiches Volk kennen
gelernt haben, dass es die Umbrer, eines der ältesten und mächtigsten Völker
dieses Landes vertreiben und ihm, wie Plinius meldet, 300 Städte, d. i.
sehr viele , abnehmen konnte , Spuren ihres Dagewesenseins , wie wir
deren von den Kellen besitzen, hinterlassen müssen.