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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Um  die  Schwierigkeiten  zu  beseitigen,  welche  der  Geltendmachung ­
  des  Satzes:  die  Etrusker  sind  Tirols  Urbewohner  und
waren  über  ganz  Tirol  ausgebreitet,  entgegenstehen,  hat  die
tirolische  Etruskomanie  den  Ausweg  ergriffen,  die  übereinstimmenden ­
  Zeugnisse  des  Trogus  und  Plinius,  die  weiter  oben  von
der  Einwanderung  eines  Theils  der  Etrusker  aus  Italien  in  die
Alpen  mitgetheilt  sind,  zu  verwerfen,  und  für  den  ganzen  etruskischen ­
  Volksstamm  eine  Einwanderung  nach  Italien  aus  den
Alpen  zu  behaupten.  Dieser  Behauptung  zufolge  wären  die
Etrusker  auf  dem  Landwege  nach  Italien  gelangt,  hätten  auf
diesem  Zuge  einen  Theil  ihrer  Schaaren  in  den  Alpen  Tirols
abgesetzt,  und  wären  mit  der  Hauptmasse  in  die  lombardische
Ebene  hinahgestiegen.
Man  braucht,  um  von  der  Grundlosigkeit  dieser  Behauptung
anschaulich  überzeugt  zu  werden,  bloss  die  Landkarte  zur
Hand  zu  nehmen  und  den  Unterschied  der  Distanz  von  Lydien,  von
wo  die  Etrusker  nach  Italien  übergegangen  sein  sollen,  auf  dem
See-  und  auf  dem  Landwege  zu  bemessen.  Wie  lange  hätte  die
Reise  über  Thrakien  oder  durch  das  grosse  Illyricum  gewährt,
wenn  die  wandernden  Etrusker  den  Landweg  eingeschlagen  hätten,
da  diese  ungeheuere  Strecke  völlig  unwegsam  war!  Wer  dieseZugs-Iinie
  behauptet,  muss  beweisen,  dass  das  thuskische  Wandervolk
über  den  Hämus,  die  Carpathen  und  die  norisch-  und  karnischen
Alpen  bis  an  die  tridentinischen  fortkommen  konnte,  nachdem
diess  in  den  völlig  versumpften  Thälern  der  Donau,  der  Salzach,  des
Inns,  des  Eisaks  und  der  Etsch  schlechterdings  unmöglich  war.  Wir
denken,  die  Herstellung  des  verlangten  Beweises  werde  wohl  Keiner
von  denen,  welche  für  die  thuskische  Wanderung  nach  Italien  den
Landweg  behaupten,  auf  sich  nehmen  wollen,  da  man  hei  einem
solchen  Unternehmen  wohl  kaum  auf  einen  Gläubigen  rechnen
könnte,  der  blöde  genug  wäre,  um  sich  einreden  zu  lassen,  eine
nach  tausenden  ahzuschätzende  Menschenmenge  werde  die  ganze
mit  ewigem  Schnee  bedeckte,  himmelanstrebende  Alpenkette  zu
einer  Reiseroute  von  Kleinasien  nach  den  Buchten  des  adriatischen
oder  mittelländischen  Meeres  statt  der  Seefahrt  wählen.  Vollends
wird  diese  Behauptung  lächerlich,  wenn  man  die  Verpflegung  einer
so  grossen  Menschenmasse  auf  einer  so  unwirthlichen  Reiseroute
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