38
von Alen^on noch folgenden Zug, der, wenn auch carikirt,
doch so characteristisch ist, dass er Erwähnung verdient: „Diese
Dame wurde von dem Kaiser sehr gut behandelt und alle Granden
des Königreichs waren ihr zu Diensten, denn sie wussten,
dass sie dadurch auch dem Kaiser einen Dienst leisteten.
Sie wohnte in dem Hause des Don Diego de Mendoza
Grafen von Melito, und nachdem sie in diesem Hause dreissig
Tage zugebracht, nahm sie vor ihrer Abreise besagten Don Diego
de Mendoza bei Seite und gab ihm für die Unterkunft —
fünf Ducaten, und als sie ihm diese fünf Ducaten gab, lächelte
Don Diego vor Beschämung 1 )”. — Noch während dieses Aufenthaltes
in Toledo entschloss sich der Kaiser auf die dringenden
Vorstellungen der Cortes, sich mit der Infantin Dona Isabel,
der Tochter Emanuel’s Königs von Portugal zu vermählen, und
nachdem er seinen Rath und Kämmerer Carl Poupet de la Chaux
(Mosiur de Laxao wie ihn unser Chronist und alle Spanier
nennen) beauftragt hatte die Trauung durch Procuration zu vollziehen
und die Braut ihm zuzuführen, sandte er, als er ihre
Abreise vernahm, den Herzog von Calabrien Don Fernando de
Aragon, den Herzog von Bejar Don Alvaro de Ziiniga und den
Erzbischof von Toledo Don Alonso de Fonseca bis an die Gränze
von Portugal ihr entgegen, um sie zu empfangen 2 ). Im Gefolge
en posta a daiie las gracias, 6 moriscas del reino de Granada que iban
en romeria a Tremecen 6 ä la casa de Meca.
*) ib. Fol. 102 TO . — 103 : Esta Madama fue muy bien tratada de su Magestad,
y servida de todos los Grandes del reino, porque sabian que sei* ■
vian en ello al Emperador. Posö en casa de don Diego de Mendoza conde
de Melito; y despues de haber estado en la posada treinta dias, al tiempo
que se partiö aparfcö al dicho don Diego de Mendoza, y le daba cinco
ducados por la posada. Y cuando le daba estos cinco ducados, don Diego
daba risitas de corrido.
2 ) Bekanntlich wurde am 17. October 1525 durch Poupet de la Chaux und
Juan de Züniga, den spanischen Gesandten am Hofe zu Lissabon, der
Heirats-Contract abgeschlossen; am 1. November fand die Verlobung der
Infantin durch Procuration mit La Chaux Statt, und zu Ende Jänners begab
sich die Infantin auf die Reise zu ihrem Gemahl, wo sie am 6. Februar
in Elvas mit den Herzogen von Calabrien und Bejar und dem Erzbischof
von Toledo zusammentraf ; dann über Badajoz nach Sevilla reiste
und dort mit dem Kaiser am 11. März 1526 das Beilager feierte, (vgl.
„Correspondenz Kaisers Karl V. Mitgetheilt von Dr. K. L a n z” Leipzig,
1844 8? Thl. 1 S. 169 ff. ; — Sousa, I. c. p. 247 sg. — Sandoval,
Lib. XIII. §. 26, Lib. XIV* §, 2, §. 9 und 10). — Unser Chronist sagt in