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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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unbeachtet  zwischen  beiden  Mächten.  Friedrich  II.  schrieb
an  Podewils  am  24.  Juli  1747,  XX:  „Je  suis  d’ailleurs  parfaitement
  persuade  que  la  Cour  de  Vienne  me  veut  tout  le  mal
imaginable  et  que  je  suis  P  objet  de  leur  haine  et  de  Ieur  rancune,
aussi  applaudis  -  je  tout  k  fait  k  Votre  Sentiment,  que  je  ne  doive
jamais  me  fier  k  eux,  mais  etre  plutöt  toujours  en  garde  contre
leurs  mauvais  desseins.”  Maria  Theresia  konnte  den  Verlust  Schlesiens ­
  nichtvergessen.  Der  Einfluss  Oesterreichs  in  Deutschland
war  nicht  in  seiner  vollen  Grösse  wieder  hergestellt.  Preussens
schwankende  Politik,  seine  wachsende  Grösse  hielt  den  Riss
offen,  in  dem  die  deutsche  Reichsverfassnng  sich  ihrer  Auflösung
nahte.  Das  Haus  Oesterreich  hatte  sich  noch  nicht  hinetngefunden,
Preussen  als  einen  ebenbürtigen  Genossen  in  der  Gliederung  der
europäischen  Staaten  anzusehen  :  desswegen  suchte  es  Friedrich  II.
zu  isoliren.  Der  Zustand  war  ein  bewaffneter  Friede  bis  zu  dem
Mittelpuncte  aller  grossen  Ereignisse  des  18.  Jahrhunderts,  der
bekannten  Veränderung  der  Staalsgrundsätze  Oesterreichs  durch
das  Bündniss  mit  Frankreich.
Ein  interressantes  Fragment  aus  der  inneren  Geschichte
Oesterreichs  unter  der  Kaiserin  Maria  Theresia  bildet  die  Relation ­
  vom  15.  Juni  1748  XXI,  worin  Graf  Podewils  über  den  Stand
der  kaiserlichen  Armee  und  über  die  Propositionen  des  Grafen ­
  Ilaugwitz  am  mährischen  Landtage  zu  Brünn  1748
zur  Uebernahme  einer  ständischen  Schuld  von  1.538,718  fl.berichtet.
  Das  neue  Militärsystem  hatte  eine  Vermehrung  der  Staatsausgaben ­
  nothwendig  gemacht.  Die  mährischen  und  böhmischen
Stände  übernahmen  nach  kurzer  Opposition  die  Schuld,  und  ihre
Deputirten  gingen  nach  Wien,  um  über  die  Mittel  der  Ausführung
zuberathen.  Die  Stände  Schlesiens,  Steiermark,  vonKärnthen,Krain,
waren  mit  gutem  Beispiele  vorangegangen.  Am  14.  Juni  hatte
Graf  Ilaugwitz  die  Propositionen  auch  den  österreichischen  Ständen ­
  eröffnet  und  in  Abwesenheit  des  Landmarschalls  Grafen
Harrach,  der  heftig  dagegen  opponirte,  durchgesetzt.  Es  war  eine
Zeit  der  freudigsten  Aufopferung  und  Hingebung  für  des  Vaterlandes ­
  Grösse  und  Ruhm.  Nach  den  Kriegen  erholte  sich  das
Land  wieder  zum  Flor  aller  Productionszweige  und  Maria  Theresiens
  grossartige  Reformen  brachten  frisches  Leben  in  den
Staatskörper.  —
            
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