Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

482

Maria  Theresia  ratificirt  wurde.  Das  Verhältniss  Oesterreichs  zu
Preussen  blieb  ein  gespanntes.  Es  ist  bekannt,  dass  nur  die  unglücklichen ­
  Schlachten  bei  Sorr  (30.  Sept.1745)  u.Kesselsdorf(tl.Dez,
1745)  den  Bemühungen  des  englischen  Gesandten  einen  Frieden  herbeizuführen ­
  Gewicht  gegeben  hatten.  Esbestanden  nach  dem  DresdenerFrieden
  fortwährend  kleine  Misshelligkeiten  zwischen  den  beiden
Höfen,  alle  Unterhandlungen  blieben  im  vielen  Hin-  und  Herreden
schwankend.  Friedr.  II.  drang  darauf,dass  Oesterr.  die  Garantie  des
Friedens  bei  dem  deutschen  Reiche  herbeiführe,  wogegen  Oesterr.
die  Bürgschaft  Preussens  für  die  pragmatische  Sanction  verlangte,
welche  der  König  von  Preussen  nur  auf  die  deutschen  Besitzungen
Maria  Theresia’s  und  die  Niederlande  ausdehnen  wollte.  In  Wien  erschien ­
  ein  Buch,  worin  behauptet  wurde,  der  Dresdener  Friede  sei
erzwungen  und  verpflichte  nur  so  lange,  als  die  verkürzte  Parthei
ausser  Stand  sei,  ihn  zu  brechen.  Friedrich  II.  verlangte,  dass
das  Buch  durch  den  Henker  verbrannt  werde.  In  Wien  klagten
die  österreichischen  Minister,  dass  der  preussische  Gesandte  Graf
Podewils  ungünstige  Beweise  nach  Berlin  sende  und  alles  im
übelsten  Stande  erhalte.  Friedrich  der  Grosse  suchte  ernstlich
den  Frieden  mit  Oesterreich  aufrecht  zu  erhalten  und  England
befestigte  ihn  in  dieser  Ueberzeugung.  Das  Cabinetsschreibcn  des
Königs  vom  7.  Juli  1747  XVIII.  ermahnt  Podewils,  dem  österreichischen ­
  Hofe  durchaus  keine  Ursache  zur  Unzufriedenheit  zu  geben. ­
  Der  Gesandte  rechtfertigte  sich  in  einer  eigenen  Schrift
(19.  Juli  1747,  XIX),  welche  von  seinem  diplomatischen  Talente
und  seiner  Treue  und  Ergebenheit  für  den  König  Zcugniss  gibt.
Er  traf  bald  darauf  mit  dem  Könige  in  Neisse  zusammen  und  kam
mit  verbindlichen,  sehr  genügenden  Empfehlungen  für  den  Kaiser
und  die  Kaiserin  zurück.*)  Beide  antworteten  herzlich  und  bezeigten ­
  ihre  Achtung  und  Freundschaft  gegen  Friedrich  den  II.
Der  englische  Gesandte  Keith  berichtet  vom  7.  Dec.:  Der  preussische ­
  Minister  in  Wien,  GrafPodewils,  hat  sich  an  michgewendet,
um  ein  gutes  Einverständniss  zwischen  seinem  und  dem  hiesigen
llofe  zu  befördern,  und  das  umsomehr,  da  er  in  dieser  Beziehung
von  König  Friedrichs  II.  freundschaftlichen  Gesinnungen  sehr
wohl  unterrichtet  sei. 3 )  Der  Stachel  des  Misstrauens  blieb  dessen

*)  Raumer’s  Beiträge,  II.  2-25.
s )  Ebendaselbst  II.  235.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.