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Maria Theresia ratificirt wurde. Das Verhältniss Oesterreichs zu
Preussen blieb ein gespanntes. Es ist bekannt, dass nur die unglücklichen
Schlachten bei Sorr (30. Sept.1745) u.Kesselsdorf(tl.Dez,
1745) den Bemühungen des englischen Gesandten einen Frieden herbeizuführen
Gewicht gegeben hatten. Esbestanden nach dem DresdenerFrieden
fortwährend kleine Misshelligkeiten zwischen den beiden
Höfen, alle Unterhandlungen blieben im vielen Hin- und Herreden
schwankend. Friedr. II. drang darauf,dass Oesterr. die Garantie des
Friedens bei dem deutschen Reiche herbeiführe, wogegen Oesterr.
die Bürgschaft Preussens für die pragmatische Sanction verlangte,
welche der König von Preussen nur auf die deutschen Besitzungen
Maria Theresia’s und die Niederlande ausdehnen wollte. In Wien erschien
ein Buch, worin behauptet wurde, der Dresdener Friede sei
erzwungen und verpflichte nur so lange, als die verkürzte Parthei
ausser Stand sei, ihn zu brechen. Friedrich II. verlangte, dass
das Buch durch den Henker verbrannt werde. In Wien klagten
die österreichischen Minister, dass der preussische Gesandte Graf
Podewils ungünstige Beweise nach Berlin sende und alles im
übelsten Stande erhalte. Friedrich der Grosse suchte ernstlich
den Frieden mit Oesterreich aufrecht zu erhalten und England
befestigte ihn in dieser Ueberzeugung. Das Cabinetsschreibcn des
Königs vom 7. Juli 1747 XVIII. ermahnt Podewils, dem österreichischen
Hofe durchaus keine Ursache zur Unzufriedenheit zu geben.
Der Gesandte rechtfertigte sich in einer eigenen Schrift
(19. Juli 1747, XIX), welche von seinem diplomatischen Talente
und seiner Treue und Ergebenheit für den König Zcugniss gibt.
Er traf bald darauf mit dem Könige in Neisse zusammen und kam
mit verbindlichen, sehr genügenden Empfehlungen für den Kaiser
und die Kaiserin zurück.*) Beide antworteten herzlich und bezeigten
ihre Achtung und Freundschaft gegen Friedrich den II.
Der englische Gesandte Keith berichtet vom 7. Dec.: Der preussische
Minister in Wien, GrafPodewils, hat sich an michgewendet,
um ein gutes Einverständniss zwischen seinem und dem hiesigen
llofe zu befördern, und das umsomehr, da er in dieser Beziehung
von König Friedrichs II. freundschaftlichen Gesinnungen sehr
wohl unterrichtet sei. 3 ) Der Stachel des Misstrauens blieb dessen
*) Raumer’s Beiträge, II. 2-25.
s ) Ebendaselbst II. 235.