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Diplomatie neue Schwungkraft zu verleihen und fand ihn in dem
Grafen Kaunitz. Als dieser 1753 nach Wien kam und die Leitung
der auswärtigen Angelegenheiten übernahm, schmeichelte
ßich Bartenstein in dem Gedanken an seine NothWendigkeit, seine
Stelle behalten zu können. Er suchte Kaunitz den Hof zu machen,
aber dieser beachtete ihn gar nicht. Ulefeld wurde Obersthofmeister
und Bartenstein bekam, da Kaunitz das Ministerium ohnehin
auf einen andern Fuss setzte, die Geschäfte mehr concentrirte
und die Stelle eines Staatssekretärs aufhob, eine Ehrenstelle mit
dem Geheimerathstitel. Durch die Wohlthaten des verstorbenen
Kaisers und durch seine Heirath hatte Bartenstein sich ein bedeutendes
Vermögen erworben.
Bartenstein ist eine eigenthümliche Erscheinung in der österreichischen
Geschichte. Durch Gewandtheit und Kenntnisse hatte
er sich zu einem bedeutenden Posten im Staatsleben und zur höchsten
Macht nach dem Monarchen emporgeschwungen; er fiel, als
seine Gedanken und Handlungen über seine Kräfte hinausreichten.
Nur wer das Einfache und Wahre anstrebt, gewinnt im Leben
festen Halt und Sicherheit.
Wie klug Bartenstein war, geht auch daraus hervor, dass er
Männer, welche durch Kenntnisse oder Reichthum zu bedeutendem
Einflüsse kommen konnten, durch Familienverbindungen an
sich kettete. So wurde Knorr, der mit der Kaiserin Elisabeth
Christine nach Wien kam und mit vielen häuslichen Geschäften des
kaiserlichen Hofes betraut war, nachdem er zur katholischen Religion
übergetreten, Hofrath, Baron und der Schwiegersohn Bartensteins.
So gewann er den Baron Wiesenhüter, Sohn eines
reichen Frankfurter Banquiers zum Schwiegersohn, später Hofrath
bei der Hofkammer.
Graf Podewils schildert sie in derselben Relation vom 19.
August 1747 und berichtet zugleich über den Baron Weber, einen
käuflichen charakterlosen Mann, der sich, als Prinz Eugen Ilofkriegsrathspräsident
war, zu der Stelle eines geheimen Kriegsreferendar
aufgescliwungen hatte, später aber allen Einfluss verlor,
und den Cabinetssekretär Koch. Maria Theresia hatte zu letzterem
wegen seines redlichen, verschwiegenen allgemein geachteten
Charakters grosses Vertrauen und gebrauchte ihn oft zu
geheimen Sendungen.