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erhoben in Erinnerung an die Treue seines Vaters, der mit ihm
in Spanien gewesen; die Gunst des Kaisers, das Misstrauen gegen
die anderen Minister und die Gewandtheit Bartensteins, der um
seinen Einfluss aufrecht zu erhalten gerne einen Mann wollte, der
sein Amt nicht ganz auszulullen vermochte, brachten ihn zur Leitung
der auswärtigen Verhältnisse des Staates. Die öffentliche
Stimme und die Wünsche des Hofes waren auf den Grafen Harrach
gerichtet. Ulefeld war ein durchaus ehrlicher Charakter, der nur
das Rechte wollte und seiner Herrin treu diente; aber er fasste
schwer, seine Ideen waren verworren, seine Fassungskraft gering.
„II est difficile de traiter avec lui”, sagt Podewils. Bei mündlichen
Verhandlungen kam er in Verlegenheit, wusste keinen schnellen Entschluss
zu fassen, sprach in abgerissenen Sätzen, unbestimmten Ausdrücken.
„II en a leve les epaules en me disant”, schrieb Blondel
an den französischen Hof 1 ). Dabei war er eitel, ränkevoll, liebte
das Gelieimnissvolle. Sein Hang zur Pracht und zum Vergnügen
hatten sein Vermögen in Unordnung gebracht; er war daher immer
abhängig. Er wurde ganz von Bartenstein geleitet und war ihm
unterthänig wie gegen andere herrisch. Maria Theresia wusste
recht wohl, dass seine Fähigkeiten für seinen Posten nicht ausreichten
, aber sie hielt ihn für einen ehrlichen Menschen. Sie
nannte ihn nur „le bon komme”. Als die Kaiserin das leuchtende
Genie des Grafen Kaunitz kennen lernte und ihn an sich zoff, wurde
Ulefeld Oberhofmeister und nahm keinen reellen Einfluss mehr. —
Graf Harrach war oberster Kanzler von Böhmen. Podewils
nennt ihn den geistvollsten Minister am österreichischen Hofe
und spricht mit hoher Achtung von seinen Talenten und seinen Verdiensten,
diesen allein hatte er seine Stellung zu verdanken. Robinson
nennt ihn geschmeidig, mit dem Strome schwimmend,
schreibt ihm aber auoh die Fähigkeit zu, die oberste Leitung der
Geschäfte zu übernehmen, wozu er nicht viele Aussichten hatte.
Er war früher Gesandter in Turin, Regensburg. Carl VI. ernannte
ihn zum Obersthofmeister der Erzherzogin Marie Elisabeth, Statthalterin
der Niederlande. Maria Theresia übertrua: ihm die Stelle
eines obersten Kanzler von Böhmen, um ihn wieder an den Hof zu
fesseln und seine Kenntnisse im Centrum benützen zu können.
*) Schlosser, Geschichte des 18. Jahrh. II. 229.