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Was für ein Mann er war, geht aus Folgendem hervor. 1740 sagte
ihm der englische Gesandte Rohinson, dessen Feuereifer für die
gerechte Sache Oesterreichs Maria Theresia viel verdankte: „England
und das Haus Oesterreich sind noch unversehrt, sofern es hier
nur Männer gibt.” Sinzendorf antwortete ihm seufzend: „Ach,—
wenn nur der eine Eugen noch am Leben wäre.” Graf Gundacker
Starhemberg, den Carl VI. auf dem Todbette seiner
Tochter empfohlen hatte, war ein Schwärmer gew orden, änderte
seine Meinung sehr häufig. Sein Alter, seine angeborne Zurückhaltung
und Gleichgiltigkeit machten ihn unschlüssig; er beklagte
sich über Bartensteins schlechtes Benehmen, vermochte aber nicht
gegen ihn zu handeln.
Von 1742 nach dem Tode Sinzendorfs und Starhembergs bis
1753, in welchem Jahre Graf Kaunitz die Leitung der auswärtigen
Angelegenheiten übernahm und Leben und Geist in die österreichische
Diplomatie brachte, bestand das Conferenz-Ministerium
aus den Grafen Königs eck, Ulefeld, Har rach, Colloredo,
Kinski und Kevenhüller. Sie bildeten mit dem Staatssekretär
Baron Bartenstein die Reichsgewalt, gaben ihre Stimme nach
dem Alter ihrer Ernennung ab.
Graf Podew'ils entwirft ihre Portraits in der Relation vom
24. Mai 1747, XI.
Graf Königseck, früher Commandant der italienischen Armee,
Vicepräsident des Hofkriegsrathes, seit Eugen’sTode Präsident
derselben Stelle, dann Obersthofmeister der Kaiserin, General-Feldmarschall,
war der älteste Conferenzminister. Er war bei dem
Heere sehr beliebt gewesen; er sorgte sehr für die Soldaten, sie
nannten ihn den General „Rasttag.” Zum Commando hatte ihn
mehr der Wunsch der Soldaten als das Zutrauen des Kaisers Carl
VI. berufen. Er hatte mehr in militärischen und diplomatischen
Angelegenheiten eine Stimme. Alle seine Aemter versah er mit
der grössten Uneigennützigkeit; er war ein durchaus unbescholtener
Charakter, gut aber bequem. Poellnitz wusste von ihm
nichts anders zu sagen, als: „il etoit un des plus grands et des plus
beaux hommes de la cour.” —
Den Staatskanzler Graf Ulefeld schildern Podewils und
Robinson wenig vortheilhaft und seiner Stelle gar nicht gewachsen.
Er war früher Botschafter in Constantinope!; Carl VI. hatte ihn