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Sinn, und er milderte meine Leiden indem er sie theilte.” Sie trauerte
um ihn bis zu ihrem Tode.
In dem Berichte vom 22. März 1747, IX. spricht Graf Podewils
von den übrigen Gliedern der kaiserlichen Familie, der Kaiserin
Mutter, dem Erzherzog Joseph, den Erzherzoginen
Marie Anna und Marie Christine, von dem Prinzen
Carl von Lothringen und der Prinzessin Charlotte,
die damals am Wiener Hofe lebten.
Die Kaiserin Mutter, Elisabeth Christine, Tochter
des Herzog Ludwig Rudolph von Braunschweig, war am 28. August
1691 geboren; sie war protestantisch erzogen, wurde 1707 katolisch,
1708 dem Erzherzog Carl angetraut, folgte ihm nach Spanien,
und wurde später als Kaiserin, Königin von Ungarn und Böhmen
gekrönt. Sie war in ihrer Jugend sehr schön, immer geistvoll, liebreich,
leutselig, herablassend gegen Fremde. Sie vergass nie die
Würde ihres Standes, nahm keinen Einfluss auf die Regierungsgeschäfte..Poellnitz
spricht in seinen Memoiren i) von der Güte ihres
Charakters und ihrer Leutseligkeit. Sie starb am 21. Dec. 1750.
Erzherzog Joseph war damals kaum 7 Jahre alt. Der
preussische Gesandte schildert ihn stolz, starrsinnig, aber auch
grossmüthig, wohlthätig' gegen Jedermann, erfüllt von dem Bewusstsein
der Macht seines Hauses und dem Dranffe, Grosses zu
thun. Er schreibt unter andern: Als der russische Gesandte Graf
Woronzow von der Länge des Weges von Petersburg bis Wien
erzählte, habe ihm der junge Erzherzog zugerufen: Der Weg muss
wohl sehr lange sein, denn es ist eine geraume Zeit, als ich hörte,
dass euere Truppen marschirten und sie sind noch nicht da. Russland
hatte nach der Defensiv-Alliance von 1746 es übernommen,
Oesterreich mit 30,000 Mann zu unterstützen 2 ). Sie rückten 1748.
37,000 Mann stark unter dem Fürsten Repnin in Deutschland ein,
und ihre Ankunft beschleunigte den Abschluss des Aachner-Friedens
In der jungen Seele Joseph’s war der gewaltige Geist rege,
der sich einst so herrlich entfalten sollte. In seiner frühen Jugend
war die Neigung zum Militär vorherrschend. Später umfasste sein
grosser Geist alle Zweige der Staatsverwaltung, die Entwicklung
des inneren und äusseren Staatslebens; das Glück des Volkes war
sein Lebensathem.
1) 1737. I. Bd. 257. I
2 ) Martens Recueil VIH. 272.