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ihren Formen und Entwicklungen zu überschauen. Sie hatte von
den ersten Jahren ihrer Regierung an Pläne zur Reorganisation
der Finanzen und des Kriegswesens, aber Generäle und Minister
hatten zu viel Interesse, zu opponiren und die Hindernisseals
unübersteiglich darzustellen. Podewils vergisst nicht ihrer stillen
Tugenden, ihrer unbegrenzten frommen Liebe zur Religion und den
Menschen, ihrer Liebe zu ihren. Kindern und dem Kaiser zu gedenken.
Ihre Schwächen sind nur schwache Schattenlinien in ihrem
Charakter. Ihre Intoleranz gegen andere religiöse Bekenntnisse
hatte theilweise ihren Grund in -der allgemeinen Reaction, welche
seit dem unglücklichen Türkenkriege in Wien gegen die Protestanten
laut wurde. Graf Podewils erzählt, dass sie nach dem
Breslauer Frieden stolzer, herrschsüchtiger wurde und die frühere
Hingebung manche Schwächung erhielt. Wie immer hatte nach
den Kriegen die Spannung aufgehört, in welcher aller Augen sich
nur auf einen Gipfelpunct richten, die Furchtsamen um eine Stütze
zu haben, die Muthigen, um sich in ihrem Hochsinne zu erheben.
Als die Gefahr entfernt war, trat der Egoismus, die Leidenschaft
zu Tage. Die edle Wechselwirkung aller Stände im siebenjährigen
Kriege ist ein Beweis, wie hoch ihr Wille auch später in
allen Landen gehalten wurde. —
Die Relation vom 15. Februar 1747 berichtet über den
Kaiser Franz I. Der hervorleuchtendste Zug seines Charakters
war Mässigung; sie sprach aus seinem Privatleben wie aus seinen
öffentlichen Handlungen. Obwohl frühzeitig am Wiener Hofe in
die Staatsgeschäfte eingeweiht, kam in seine Seele nie der leidenschaftliche
Ehrgeiz, der die Ruhe seiner Seele seine Friedens - und
Kunstliebe getrübt hätte. Er hasste jede Etiquette; der Rang, den
ihm die deutsche Kaiserkrone verlieh, schien ihn eher zu drücken
Er war heiter, höflich, kalt gegen Fremde, voll Vertrauen gegen
alle, denen er seine Neigung zugewendet hatte. Podewils erzählt,
dass er einem Irländer Ogara, dem er besonders seine Gunst zugewendet
hatte, eine Pension von 20000 fl. versprach, wenn er bei
ihm bleiben wolle.
ln Staatsgeschäften, welche unmittelbar die Erbländer betrafen,
hatte er keine gewichtige Stimme. Maria Theresia hütete mit Eifersucht
die Grenzen ihrer Machtfülle. Er nahm auch niemal* den
Schein einer grösseren Macht an, als die er in der Wirklichkeit