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nur aus diesen beiden Quellen geschöpft. Räumers Beiträge zur
Geschichte der neueren Zeit. II. B. berühren den Wiener Hof nur
in seiner diplomatischen Stellung und in den grossen Ereignissen
welche auf die Bewegung der Völker Einfluss nahmen.
Ich freue mich der hohen kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
ein Manuscript üherreichen zu können, das ein vollständiges
Bild des Wiener Hofes aus den Jahren 1746, 1747, 1748
entwirft, und insofern als Commentar und Ergänzung der früher
angegebenen Quellen dienen kann. Friedrich II. sandte 1746, als
nach dem Abschlüsse des Dresdner Friedens imDezember 1745 der
diplomatische Verkehr zwischen Oesterreich und Preussen wieder
hergestellt war, den Grafen von Podewils als Bevollmächtigten
Minister und Gesandten nach Wien. Der König, bekanntlich
ein eben so grosser Diplomat als Feldherr, der kalt und sicher
berechnete und die Kenntniss des Terrains als die erste Beding-un»;
eines günstigen Erfolges ansah, gab dem Gesandten schon im
Nachtrage zu seiner Instruction und später in dem Cabiuetsschreiben
vom 7. Dezember 1746 den Auftrag, von dem Wiener
Hofe im Allgemeinen, von dem Charakter Maria Theresia’s, ihres
Gemals, des Ministers Graf Ulefeld, des Baron Bartenstein und
aller einflussreichen Personen eine ausführliche detaillirte Beschreibung
zu liefern, so wie über alle Anekdoten, kleine Verbindungen
und Verhältnisse zu berichten. Graf Podewils kam dem Aufträge
obwohl mit Widerstreben und Vorsicht nach. Er entwarf vom
Wiener Hofe ein Gemälde in einer Reihe von Briefen, die von seinem
lebendigen Geiste, dem psychologischen Blicke, der Tiefe der
Auffassung aber auch von der Vortrefflichkeit seiner Quellen Zeugniss
geben. „J’ ai cherche ä m’ attacher uniquement ä la verite teile
que je l 1 ai connue, persuade que c’est Ia le premier et le principal
devoir d’un ministre” sagt er in seiner Relation vom 19. Juli
1747. — Die Hindernisse, die ihm bei der Sammlung von Notizen
entgegenstanden, waren nicht gering, da man ihn immer als geheimen
Feind des Hauses Oesterreich betrachtete und bei den Nachrichten,
die aus dem Kreise des Hoflebens in die Welt getragen
wurden, häufig nur Schmeichelei oder Unzufriedenheit die Motive
waren. Die Correspondenz enthält 9 königliche Cabinetschreiben,
einen eigenen Brief des Königs und 10 Relationen des Gesandten
an den König. Sie waren ursprünglich in Chiffern geschrieben.