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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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fein  Wort,  dessen  wir  lieber  statt  des  gebräuchlichen:  Merkmal,  uns
bedienen,  weil  dieses  vom  Gegenstand  gebraucht  wird)  „rechtwinklich”,
  einen  Begriff,  entfernt,  so  bleibt  allerdings  nur  der  Bestandteil
„Dreieck”  (wieder  ein  Begriff)  zurück  ,  derselbe  ,  der  nach  Wegnahme ­
  der  Begriffe  spitz-  und  stumpfwinklig  aus  den  entsprechenden ­
  Begriffen:  spitz-  und  stumpfwinkeliges  Dreieck  zurückbleibt. ­
  Jene  drei  Begriffe  enthalten  sonach  sämmtlich  den  Begriff:
Dreieck  als  Bestandteil  und  es  ist  derselbe  Begriff  an  sich,
der  in  allen  drei  Begriffen  vorkommt.  So  wenig  jedoch  das
rechtwinkelige  Dreieck  als  Gegenstand  aus  einem  wirklichen
Dreieck  und  dem  Begriff  der  Rechtwinkligkeit  zusammengesetzt
ist,  so  wenig  ist  ein  recht-,  spitz-  und  stumpfwinkeliges
Dreieck  dasselbe  Dreieck,  der  Sache  nach,  das  allen  dreien  zu
Grunde  liegt.  Was  man  mit  Wahrheit  behaupten  kann,  ist  nur,
dass  sowohl  das  recht-  als  das  spitz-  und  stumpfwinklige  Dreieck
gewisse  Beschaffenheiten  an  sich  haben,  welche  machen,  dass
sie  sämmtlich  in  die  Zahl  derjenigen  Gegenstände  gehören,
welche  dem  Begriff  eines  Dreiecks  überhaupt  unterstehen  d.  h.
dessen  Umfang  ausmachen.
Wir  gebrauchen  dabei  das  Wort:  Umfang  eines  Begriffs
in  dem  Sinne  der  Wissenschaftslehre  Bolzano’s  welcher  von
dem  gewöhnlich  angenommenen  allerdings  abweicht,  und  bezeichnen ­
  dann  statt  der  Menge  derjenigen  Begriffe,  in  welchen
derjenige,  dessen  Umfang  man  sucht,  als  Bestandtheil  erscheint,
den  Inbegriff  deijenigen  Gegenstände,  welche  unserm  Begriff
unterstehen.  Statt  also  zu  sagen:  Die  Begriffe:  rechtwinkliges,
spitz-  und  stumpfwinkliges  Dreieck,  erschöpfen  den  Umfang  des
Begriffs  Dreieck  ,  behaupten  wir:  Jedes  wie  immer  beschaffene
wirkliche  Dreieck  ist  ein  Theil  des  Umfangs  des  Begriffes  Dreieck.
Gehen  wir  nun  von  unserem  Beispiel  über  auf  den  obigen
Fall.  Entfernt  man  von  X  die  Merkmale  a,  b,  c,  so  bleibt
etwas,  was  Substanz  ist.  Ebenso  von  X  nach  Wegnahme  der
a,'  6,'  c  und  von  X'  nach  Abzug  des  a",  6",  c".  Alle  drei  Reste
sind  Substanzen  und  gehören  unter  den  Begriff  einer  Substanz
überhaupt  als  Theile  seines  Umfangs,  aber  sie  sind  weder  dieser
Begriff,  noch  dieselbe  Substanz,  sondern  mehrere  Substanzen. ­
  Was  ich  von  jenen  Resten  nach  Abzug  aller  Affectionen  mit
Wahrheit  behaupten  kann,  ist  nicht,  dass  sie  eine  und  dieselbe
            
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