460
tiam substantiae exprimit, negari potest, und er zugleich noth-Wendig
existirt, so müsste , wenn es noch eine Substanz ausser
ihm gäbe, diese durch ein Attribut definirt werden (explicari),
welches schon unter den Attributen der Gottheit erscheint und es
gäbe sonach zwei Substanzen desselben Attributs , was-absurd
wäre nach prop. V. woraus sonach folgt coroll. I.: die Gottheit
sei die einzige Substanz und in der Natur der Dinge gebe es
überhaupt nicht mehr als eine und zwar absolut unendliche
Substanz.'
W ir sehen hieraus , dass dieses berühmte Corollar , das die
Parole des Monadismus bildet, sich auf prop. V. stützt; den Satz,
dass es nicht mehr als eine Substanz desselben Attributs geben
könne. Um die Grenzen des Vortrags nicht allzuweit auszudehnen,
wollen wir uns für heute auf die Prüfung dieses Satzes beschränken
, das Weitere mit Erlaubniss der hochverehrten Classe einer
spätem Mittheilung aufsparend. Die Demonstration der Propositio
quinta besteht aus zwei Theilen. Der erste Theil geht die Attribute
allein an und wir wollen den Schluss, dass , wenn sich Substanzen
bloss durch Attribute unterscheiden , damit schon zugegeben
sei, es gebe immer nur eine Substanz desselben Attributs, gelten
lassen. Im zweiten Theil des Beweises dagegen heisst es : Unterscheiden
sich die als verschieden vorausgesetzten Substanzen durcli
die Verschiedenheit ihrer AfTectionen d. h. der Modificationen
ihrer Attribute , was bleibt dann übrig, wenn wir alle AfTectionen
wegdenken (depositis attributis) ? Wodurch soll sich dann noch
eine von der andern unterscheiden ? durch die Attribute nicht,
denn das ist wider die Voraussetzung; durch die AfTectionen nicht,
denn die sind hinweggenommen; sie würden sich also gar nicht
unterscheiden , sie würden aufhören , verschiedene Substanzen zu
sein, sondern würden eine und dieselbe Substanz.
Dieser Punkt, auf den, unseres Wissens, noch Niemand be-'
sondere Aufmerksamkeit gewendet hat, scheint uns vornehmlich
desshalb derselben werth zu sein, weil es die gewöhnlichste
Schlussart ist, deren die Monisten sich bedienen. Um uns zu beweisen
, dass es keineswegs die einzelnen Menschen seien, welche
den Begriff des Menschen erfüllen, sondern die Idee des Menschen,
welche sich in der Menschheit „anslebe,” zeigt man uns, wie
wenn man alle weitern Bestimmungen von Einzelnen hrnwegdenkt.