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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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tiam  substantiae  exprimit,  negari  potest,  und  er  zugleich  noth-Wendig
  existirt,  so  müsste  ,  wenn  es  noch  eine  Substanz  ausser
ihm  gäbe,  diese  durch  ein  Attribut  definirt  werden  (explicari),
welches  schon  unter  den  Attributen  der  Gottheit  erscheint  und  es
gäbe  sonach  zwei  Substanzen  desselben  Attributs  ,  was-absurd
wäre  nach  prop.  V.  woraus  sonach  folgt  coroll.  I.:  die  Gottheit
sei  die  einzige  Substanz  und  in  der  Natur  der  Dinge  gebe  es
überhaupt  nicht  mehr  als  eine  und  zwar  absolut  unendliche
Substanz.'
W  ir  sehen  hieraus  ,  dass  dieses  berühmte  Corollar  ,  das  die
Parole  des  Monadismus  bildet,  sich  auf  prop.  V.  stützt;  den  Satz,
dass  es  nicht  mehr  als  eine  Substanz  desselben  Attributs  geben
könne.  Um  die  Grenzen  des  Vortrags  nicht  allzuweit  auszudehnen,
wollen  wir  uns  für  heute  auf  die  Prüfung  dieses  Satzes  beschränken ­
  ,  das  Weitere  mit  Erlaubniss  der  hochverehrten  Classe  einer
spätem  Mittheilung  aufsparend.  Die  Demonstration  der  Propositio
quinta  besteht  aus  zwei  Theilen.  Der  erste  Theil  geht  die  Attribute
allein  an  und  wir  wollen  den  Schluss,  dass  ,  wenn  sich  Substanzen ­
  bloss  durch  Attribute  unterscheiden  ,  damit  schon  zugegeben
sei,  es  gebe  immer  nur  eine  Substanz  desselben  Attributs,  gelten
lassen.  Im  zweiten  Theil  des  Beweises  dagegen  heisst  es  :  Unterscheiden ­
  sich  die  als  verschieden  vorausgesetzten  Substanzen  durcli
die  Verschiedenheit  ihrer  AfTectionen  d.  h.  der  Modificationen
ihrer  Attribute  ,  was  bleibt  dann  übrig,  wenn  wir  alle  AfTectionen
wegdenken  (depositis  attributis)  ?  Wodurch  soll  sich  dann  noch
eine  von  der  andern  unterscheiden  ?  durch  die  Attribute  nicht,
denn  das  ist  wider  die  Voraussetzung;  durch  die  AfTectionen  nicht,
denn  die  sind  hinweggenommen;  sie  würden  sich  also  gar  nicht
unterscheiden  ,  sie  würden  aufhören  ,  verschiedene  Substanzen  zu
sein,  sondern  würden  eine  und  dieselbe  Substanz.
Dieser  Punkt,  auf  den,  unseres  Wissens,  noch  Niemand  be-'
  sondere  Aufmerksamkeit  gewendet  hat,  scheint  uns  vornehmlich
desshalb  derselben  werth  zu  sein,  weil  es  die  gewöhnlichste
Schlussart  ist,  deren  die  Monisten  sich  bedienen.  Um  uns  zu  beweisen ­
  ,  dass  es  keineswegs  die  einzelnen  Menschen  seien,  welche
den  Begriff  des  Menschen  erfüllen,  sondern  die  Idee  des  Menschen,
welche  sich  in  der  Menschheit  „anslebe,”  zeigt  man  uns,  wie
wenn  man  alle  weitern  Bestimmungen  von  Einzelnen  hrnwegdenkt.
            
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