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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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und  ihren  Affeetionen.  Also  gibt  cs  auch  nichts  an  sich,  wodurch
mehrere  Dinge  von  einander  sich  unterscheiden  könnten,  als  deren
Substanzen  oder  was  dasselbe  ist,  deren  Attribute  sammt  ihren
Affeetionen.
Daraus  folgt  sogleich  prop.  V.:  In  der  Natur  der  Dinge  könne
es  weder  zwei  noch  mehrere  Substanzen  desselben  Attributes  geben.
Denn  gäbe  es  mehrere,  von  denen  eine  nicht  die  Andere  wäre  (distincta),
  so  müssten  sie  sich  nach  vorhergehendem  Lehrsatz  unterscheiden ­
  ,  entweder  durch  die  Verschiedenheit  ihrer-Attribute
oder  ihrer  Affeetionen.  Unterscheiden  sie  sich  durch  die  Verschiedenheit ­
  der  Attribute  ,  so  gibt  man  schon  zu  ,  es  gebe  nur  immer
Eine  desselben  Attributes.  Unterscheiden  sie  sich  jedoch  durch  die
Mannigfaltigkeit  ihrer  Affeetionen  ,  so  leuchtet  ein  ,  dass  die  Substanz ­
  ,  die  ihrer  Natur  nach  die  Voraussetzung  (prior)  ihrer  Affectionen
  ist  (ex  prop.  I),  nach  Abzug  aller  Affeetionen  rein  an  sich
ihrem  wahren  Wesen  nach  betrachtet,  von  keiner  andern  sich  unterscheiden ­
  könne,  daher  es  in  Wahrheit  nicht  mehrere,  sondern
nur  eine  Substanz  desselben  Attributs  geben  könne.  Gibt  es  aber
nur  immer  eine  Substanz  desselben  Attributs,  so  folgt  prop.  VI.,
dass  keine  von  einer  Andern  hervorgebracht  (produci)  werden  könne,
denn  sonst  müsste  sie  mit  dieser  nach  ax.  IV.  und  V.  etwas  gemein
haben  ,  was  begreiflicherweise  nichts  anders  sein  könnte,  als  ein
Attribut,  während  sie  doch  die  einzige  dieses  Attributs  sein  soll.  Als
unerschaffene  mussnur  nach  prop.  VII.  die  Substanz  ihrer  Essenz
zu  Folge  nothwendig,  und  nach  prop.  VIII.  zugleich  als  unendliche ­
  existiren,  denn  im  Gegenfall  müsste  sie  durch  eine  stärkere
Substanz  desselben  Attributs  beschränkt  werden,  was  gegen
prop.  V.  spricht,  w T obei  Spinoza  stillschweigend  die  unerwiesene
Voraussetzung  macht,  dass  Gleiches  nur  auf  Gleiches  beschränkt
werden  könne.  Diese  Substanz  nun,  die  unendlich  und  nothwendig
existirt,  und  deren  Essenz  die  Existenz  involvirt,  ist  Gott  (Deus),
also  existirt  Gott  nothw-endig  und  unendlich,  und  zwar  mit  unendlich ­
  vielen  Attributen,  deren  jedes  die  unendliche  Essenz  Gottes
ausdrückt,  denn  ad  ejus  essentiam  pertinet,  quiequid  essentiam
exprimit  et  negationem  nullam  involvit,  dann  quaevis  determinatio
  esset  negatio.  Daraus  folgt  prop.  XIV.  wie  oben,  dass  es  ausser
Gott  keine  andere  Substanz  mehr  geben  könne,  denn  da  Gott  das
ens  absolute  infinitum  ist,  de  quo  nullum  attributum  ,  quod  essen-
            
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